Weltmeister-Züchter Vasu Manickam benennt eine Pflanze nach Herford
Der Name der Seerose

Herford (WB). Mehr als die Hälfte seines bisherigen Lebens hat der aus Malaysia stammende Vasu Manickam bereits in Herford verbracht – für den 43-jährigen Seerosenzüchter ein guter Grund, eine Sorte nach seiner neuen Heimatstadt zu benennen.

Dienstag, 04.08.2020, 05:53 Uhr aktualisiert: 04.08.2020, 06:01 Uhr
„Kompakt und robust, schön und blühfreudig“: Diese Eigenschaften zeichnet die Seerose aus, die aus Sicht des Züchters zu Herford passt. Foto: Hartmut Horstmann

Blühfreudig und robust

Sie sei kompakt und robust, dabei schön und vor allem sehr blühfreudig: Aus den Worten, mit denen Manickam die zu Herford passende Seerose beschreibt, spricht fast schon Liebe. Sein mittlerweile verstorbener Freund ließ ihn einst in der Werrestadt Fuß fassen, die Verbundenheit zur alten Heimat findet ihren Ausdruck in der Seerosenzucht.

Herford sei doch schön, schwärmt Manickam, der stolz ist, als Seerosenzüchter erstmals einen Weltmeistertitel nach Deutschland geholt zu haben – das war im Jahr 2016. In diesem Jahr habe er erneut Pflanzen in die USA geschickt, sagt er. Doch wegen Corona sei die WM ausgefallen: „Dann halt im nächsten Jahr.“

„Herford first“

Untätig ist Manickam jedoch keineswegs. Drei Gewächshäuser, 2000 verschiedene Seerosenarten, dazu etwa 220 Lotussorten sowie Sumpf- und Wasserpflanzen: Die Zahlen sprechen für sich. Auf die Idee, eine der unzähligen Seerosen nach Herford zu benennen, hatte ihn eine Anfrage aus Dortmund gebracht.

Vermutlich übers Internet sei ein dortiger Freizeitpark auf ihn aufmerksam geworden und habe Kontakt aufgenommen. Irgendwann kristallisierte sich die Frage heraus, ob es nicht eine Seerose mit dem Namen Dortmund geben könnte. Manickam wählte eine passende aus – geboren war zugleich eine neue Geschäftsidee.

Vor allem seinen Lieblingsstädten wie Hamburg oder Bremen will er selbst gezüchtete Seerosen widmen. An erster Stelle, wie es sich für einen Herforder des Herzens gehört, rangiert die Stadt, in der er seit 22 Jahren lebt.

Züchtender Superlativ

Wenn der Weltmeister durch seine Gewächshäuser führt, dann nicht ohne Superlativ. So hat bei ihm „die größte Seerose der Welt“ aus Südamerika mit ihren gewaltigen Blättern ein Zuhause gefunden. Da sie viel Wärme brauche, sei sie nichts für normale Teichbesitzer, erläutert der Experte. Gerade habe er Pflanzen an einen Vogelpark verkauft, ebenfalls in Frage kämen Botanische Gärten.

Aus einem solchen in Bonn kam der Herforder an die seinen Angaben zufolge kleinste Seerose der Welt (Thermarum). Sie stamme ursprünglich aus Ruanda und sei so gut wie ausgestorben, sagt der Züchter.  Ihm gelang es, die schwer zu kultivierende Pflanze wieder zu vermehren – ein Teil ging anschließend zurück an die Botanischen Gärten in Bonn. Leider blüht Manickams kleinste Seerose gerade nicht, dafür die mit dem Namen der neuen Heimat aber umso prächtiger – Herford, du schönste aller Seerosen!

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.
 
https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7519472?categorypath=%2F2%2F2158585%2F2158590%2F2198384%2F2198393%2F2514620%2F
Schärfere Corona-Regeln geplant - Lockerungen an Weihnachten
Angesichts weiterhin hoher Corona-Infektionszahlen kommen wohl strengere Regeln in Deutschland.
Nachrichten-Ticker