Baudezernenten aus neun Kommunen stimmen Einzelprojekte untereinander ab
Der Werre-Umbau ist im Fluss

Herford (HK). Bis die Fische in der Werre wieder barrierefrei von Horn Bad-Meinberg bis Bad Oeynhausen schwimmen, bis die Radwege auf der 72 Kilometer langen Strecke ohne Hindernisse befahren werden können, bis die Ufer ökologisch umgebaut sind und das Wehr am Berger Tor umgestaltet ist, werden viele Millionen Liter Wasser geflossen und zig Millionen Euro ausgegeben sein. Aber man ja ruhig schon mal darüber reden.

Mittwoch, 15.07.2020, 11:00 Uhr
Der Umbau des Wehrs am Berger Tor wird Teil eines Regionale-Projektes. Von links: Dr. Peter Böhm, Tim Kähler, Stefanie Carls (OWL GmbH), Thomas Schmidtpott (G rünflächenamt) und Annette Nothnagel (Leiterin Regionale 2020).

Die zwischen Quelle und Mündung angesiedelten neun Städte und Gemeinden werden nicht nur durch den gemeinsamen Flusslauf, sondern vor allem durch ein gigantisches Förderprojekt auf einer Uferseite miteinander vereint. Annette Nothnagel von der Ostwestfalen-Lippe GmbH, Leiterin der Regionale 2022, bezeichnet das Projekt als „großartiges Paradebeispiel“ für die Zusammenarbeit von Kommunen, die vorher eigentlich nicht viel miteinander zu tun hatten. So werde eben nicht nur ein Fluss im Sinne der europäischen Wasserrahmenrichtlinie durchgängig und ökologisch renaturiert, sondern auch der regionale Zusammenhalt gefördert. Und für den legt das Land zu den ohnehin förderungswürdigen Einzelprojekten gerne noch ein paar Zuschüsse drauf.

Keine Heckenschere

Herfords Bürgermeister Tim Kähler (SPD) erlegt beim Präsentationstermin am Berger Tor gleich fünf Fliegen mit einem Streich: „Dem Naturschutz wird durch das Projekt kräftig auf die Sprünge geholfen, das Radwege-Wandernetz wird ausgebaut, die Werre wird für Herford noch attraktiver. Das Wehr hätte ohnehin mit hohem Aufwand saniert werden müssen und wird jetzt Teil einer ökologischen, interkommunalen Gemeinschaftsaktion. Und der Verzicht auf die Absenkung der Werre um 50 Zentimeter wird durch dieses Projekt mehr als gerechtfertigt.“ Die ihm deswegen vom Bund für Umwelt und Naturschutz angekündigte Übergabe der „rostigen Heckenschere“ habe übrigens noch nicht stattgefunden: „Ich warte noch.“

Schutz vor Hochwasser

Herfords Beigeordneter Dr. Peter Böhm steht mit den Baudezernenten der übrigen acht Werre-Kommunen in engem Kontakt: „Die Einzelprojekte sind soweit aufeinander abgestimmt, dass wir im kommenden Jahr mit dem Ausbau beginnen können.“ Angesichts der Länge des Flusslaufs sei mit mindestens zehn Jahren Bauzeit zu rechnen. Neben einer höheren Attraktion für einen Besuch der Innenstadt diene der Werre-Ausbau auch dem Hochwasserschutz in Herford: „Das 100-jährige Hochwasser ist eine ernst zu nehmende Bedrohung für die Stadt. Wir müssen Vorkehrungen treffen.“ Auch solche Maßnahmen seien in einem kommunalen Verbund sinnvoller als wenn jede Stadt ihren eigenen Weg gehen würde: „Bad Salzuflen wird ein großes Rückhaltebecken anlegen. Davon profitieren wir in Herford natürlich auch.“ Im Werreprojekt vereint sind Herford, Horn Bad-Meinberg, Detmold, Lage, Bad Salzuflen, Hiddenhausen, Kirchlengern, Löhne und Bad Oeynhausen.

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