Brand verursacht Schaden in Millionenhöhe bei SL Packaging – Farbfässer werden gekühlt
Großeinsatz: Feuer in Lackierstraße

Herford (WB). Eine meterhohe Rauchwolke steht am Montagmorgen über dem Gelände von SL Packaging. Der Brandgeruch ist kilometerweit zu vernehmen. In einer Maschinenhalle des Betriebs ist ein Feuer ausgebrochen – genauer in der Trocknungsanlage einer Lackierstraße. Die Ursache ist zunächst unklar. Die gesamte Feuerwehr rückt aus. Es entsteht ein Schaden in Millionenhöhe, schätzt der Betrieb.

Montag, 13.07.2020, 17:52 Uhr aktualisiert: 13.07.2020, 17:56 Uhr
In einer Maschinenhalle bei SL Packaging ist das Feuer ausgebrochen. Die Feuerwehr kann verhindern, dass der Brand auf das Dach übergreift. Foto: Christian Müller

Der automatische Feueralarm der Brandmeldeanlage geht gegen 7.25 Uhr bei der Feuerwehrleitstelle ein. Betriebsangehörige lösen parallel dazu die Druckknopfmelder aus. „Die Mitarbeiter des Betriebes konnten den Bereich allerdings vor dem Eintreffen der Feuerwehr verlassen“, sagt Wachabteilungsleiter Markus Siekmann von der Feuerwehr Herford.

Vorbildliche Evakuierung

„Die Evakuierung lief vorbildlich ab, sodass niemand verletzt wurde. Ein Maschinenführer hatte noch eigene Löschversuche mit einem Feuerlöscher unternommen“, so Siekmann. Da der schwarze Rauch schon von Weitem zu sehen ist, wird die komplette Herforder Feuerwehr alarmiert. Etwa 50 Einsatzkräften eilen zum Einsatzort. Die zuerst eintreffenden hauptamtlichen Brandbekämpfer bauen umgehend ihre Löschangriffe auf.

„In der Werkhalle, in der Metallfässer gefertigt und von innen und außen lackiert werden, brannte es im Bereich der Lackierstraße“, erklärte Siekmann weiter. In der Halle sind offene Flammen sichtbar.

Flammen schnell unter Kontrolle

„An dem Übergang zwischen der Lackieranlage und dem Trocknungsofen, der mit Gas befeuert wird, kam es zu dem Brand“, so Siekmann. Mit mehreren Löschrohren bringen die Einsatzkräfte die Flammen rasch unter Kontrolle. Die Strom- und Gaszufuhr wird von Betriebsangehörigen abgestellt.

Da weiterhin Reste des Gases aus den Leitungen austreten und sich an den heißen Metallen der Maschinen entzünden, ersticken die Brandbekämpfer die Flammen mit Schaum. Über den Teleskopmast der Wehr wird Wassernebel auf die betroffene Halle abgegeben, um das Dach herunter zu kühlen. Die Lichtkuppeln der Halle schmelzen aufgrund der Hitze.

Lichtkuppeln als Rauchabzug

„Das ist allerdings so gewollt. Die Lichtkuppeln fungieren bei einem Brandereignis als Rauchabzug. Der spezielle Kunststoff kann nicht in Brand geraten, aber schmilzt bei starker Hitze“, erklärte Wachabteilungsleiter Siekmann.

Durch den schnellen Löschangriff und die Riegelstellung zu weiteren Betriebsanlagen kann der Brand auf den betroffenen Bereich der Firma beschränkt werden. Die Feuerwehrkräfte werden im Einsatzverlauf allerdings auf eine gefährliche Situation aufmerksam. „In der Halle waren unzählige 200 Kilogramm schwere und mit Lack gefüllte Metallfässer untergebracht. Durch die Hitze drohten diese ebenfalls in Brand zu geraten“, sagt Siekmann.

Fässer abgekühlt

Die Ehrenamtlichen bringen ein weiteres C-Rohr in die Halle, um auch die Fässer von außen mit Wasser zu kühlen. „Wir gingen da mit Respekt dran, die Jungs haben das allerdings gut gelöst«, lobt Siekmann.

Die Halle wird nach den Löschmaßnahmen belüftet. Mit einer Wärmebildkamera überprüfen die Feuerwehrkräfte die Anlagenteile auf Glutnester. Brandsachverständige müssen nun die Ursache für das Feuer herausfinden.

Im Einsatz war die Hauptamtliche Wache unterstützt vom Löschzug Mitte und den Löschgruppen Diebrock, Elverdissen und Schwarzenmoor. Etwa 22 Brandbekämpfer waren zwischenzeitlich unterstützend beim schweren Unfall auf der B 239 im Einsatz .

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