Besonders blutig: Jobst Schlennstedts neuer OWL-Krimi spielt im Sektenmilieu
Kopflos in den Tod

Herford (WB). Die mächtigen Felsen wirken wie Relikte einer geheimnisvollen Welt. Kein Wunder daher, dass die Externsteine zu den beliebtesten Ausflugszielen Ostwestfalen-Lippes zählen. Im neuen Krimi von Jobst Schlennstedt werden sie jedoch zum Ausgangsort brutaler Verbrechen.

Montag, 13.07.2020, 19:18 Uhr aktualisiert: 13.07.2020, 19:22 Uhr
„Velmerstot“: Der mittlerweile 4. OWL-Krimi von Jobst Schlennstedt ist zum Preis von zwölf Euro im Buchhandel erhältlich. Erneut gibt es einige Herford-Bezüge. So wird in einem Haus an der Bergertorstraße eine Leiche gefunden. Foto: Hartmut Horstmann

Einblick in eine fremde Welt

„Velmerstot“ heißt der mittlerweile vierte OWL-Krimi, den der gebürtige Herforder geschrieben hat. Der Titel bezeichnet eine Gebirgsformation im Eggegebirge, nicht weit von den Externsteinen entfernt. Gleich zu Beginn des Thrillers lässt der in Lübeck wohnhafte Autor den Leser wissen, dass es diesmal besonders blutig zugeht. Beim Wandern finden zwei Frauen drei Leichen – zwei von ihnen enthauptet.

Zuvor hatte der Autor den Tathergang beschrieben. Über den Täter heißt es: „Umso überraschter war er, als er erkannte, dass das Schwert durch die Körper der beiden Frauen glitt wie ein scharfes Messer durch Butter.” Ob das Butter-Bild im Zusammenhang mit einem Mord glücklich gewählt ist, muss jeder Leser für sich entscheiden. Bemerkenswert ist, dass es Schlennstedt erneut gelungen ist, eine spannende Geschichte zu erzählen, die dem Leser Einblick in eine fremde Welt gibt.

Inspiriert durch Armbrust-Morde

Denn der Autor nutzt die vielen Mythen, die sich um die Externsteine ranken: das Archaische, das sich im Germanenkult und diversen Sektierereien entlädt. Irgendwann im Laufe der Handlung stoßen die Ermittler auf einen Geheimbund, der sich die „Welterneuerer“ nennt. Die Mitglieder wollen sterben, um Zugang zu einer besseren Welt zu bekommen. Inspiriert wurde der Autor zu dem Stoff durch einen spektakulären Fall, die Armbrust-Selbstmorde von Passau, für die eine Sekte verantwortlich zeichnete.

So weit, so krude, irgendwann gibt es Risse in der Gruppe der „Welterneuerer“ und das Unheil nimmt seinen Lauf. Hauptfigur aus der Ermittlertruppe ist wie bei den Vorgänger-Romanen der Kommissar Jan Oldinghaus, der in Herford am Neuen Markt wohnt. Indem auch eine Leiche in einem Haus in der Bergertorstraße gefunden wird und zudem ein weiterer Kommissar namens Stahlhut aus Herford stammt, kommt auch das Lokalkolorit nicht zu kurz.

Regelrecht begeistert sind Autor/Hauptfigur vom neuen Neuen Markt: „Nach der Sanierung und der Erweiterung der Außengastronomie war der schönste Platz Herfords noch attraktiver geworden.“

Verlässt der Kommissar Herford?

Doch so ganz glücklich scheint Oldinghaus in Herford nicht zu sein. So liebäugelt er mit einem Umzug nach Bielefeld, dorthin, wo seiner Meinung nach das Leben ist. Ob der Kommissar seine Herforder Wohnung behält – darüber ist sich der Autor noch nicht im Klaren. Auch er brauche für sich etwas Spannung, sagt der 43-Jährige, der bereits mehr als 20 Regionalkrimis geschrieben hat.

Die obligatorische Buchvorstellung beim Krimiherbst der Buchhandlung Otto fällt coronabedingt aus. In den Kreis Herford kommt Schlennstedt am 31. Juli. Ab 18 Uhr liest er im Bünder Waldschlösschen – und zwar auf Einladung der Evangelischen Jugendhilfe Schweicheln. Darüber hinaus stellt der Autor den Krimi am 9. September bei Thalia in Bielefeld und am 27. November bei der zweiten Löhner Krimi-Nacht vor.

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