Neue NWD-Saison mit Unwägbarkeiten – ein Chefdirigent geht, der andere kommt
Stabwechsel in Zeiten von Corona

Herford (WB). Zum letzten Mal gemeinsam aufgetreten sind die Musiker der Nordwestdeutschen Philharmonie am 10. März in Antwerpen. Danach legte Corona alles lahm, nur die Planung für die nächste Saison lief weiter. Intendant Andreas Kuntze und der neue Geschäftsführer Friedrich Luchterhandt haben das neue Programm vorgestellt.

Freitag, 10.07.2020, 21:00 Uhr
Der derzeitige Chefdirigent Yves Abel (Foto) leitet in der ersten Saisonhälfte drei Konzerte, im Januar übernimmt Jonathon Heyward seine Position. Aber auch unabhängig vom Dirigentenwechsel steht das Orchester vor einer besonderen Saison. Wenn die bisherigen Corona-Regelungen fortbestehen, werden möglicherweise nicht alle Abonnenten gleichzeitig im Publikum Platz nehmen können. Die NWD-Verantwortlichen gehen davon aus, dass dann an einem Abend zwei Konzerte gespielt werden, um alle Kartenwünsche befriedigen zu können. Foto: Sandra Sanchez

Zum Einstand Mahlers Sechste

Die Verantwortlichen lassen keinen Zweifel daran, dass es eine besondere Saison wird. Zum einen wird es einen Stabwechsel bei den Chefdirigenten geben. Der derzeitige künstlerische Leiter Yves Abel ist in der ersten Saisonhälfte sehr präsent, so dirigiert er drei der vier Sinfoniekonzerte aus der Abo-Reihe. Anfang 2021 beginnt die Ära Jonathon Heyward, der ebenfalls bei drei Konzerten dabei ist. Für den Start am 15. Januar in Herford hat er sich eine besonders anspruchsvolle Sinfonie ausgesucht: Mahlers Sechste.

Ungewöhnlich könnte die Saison auch wegen der Corona-Bestimmungen werden. Da diese sich immer wieder verändern und nicht absehbar ist, wie es im September oder im Januar 2021 aussieht, entschieden die Verantwortlichen: „Wir machen das Programm so, wie es ursprünglich geplant war.“

An einem Abend zwei Konzerte

Das Prinzip Hoffnung gehört dazu, denn Kuntze räumt ein: „Nach derzeitigem Stand könnten wir zum Beispiel Mahlers Sechste gar nicht spielen.“ Dies habe mit der Vielzahl der Musiker zu tun, die in der Sinfonie auf der Bühne Platz finden müssten. Doch Jonathon Heyward habe sich das Stück zum Auftakt gewünscht – und bis zum Januar sei ja noch viel Zeit.

Friedrich Luchterhandt betont, man agiere auf Sichtweite. Modifikationen des vorgesehenen Programms seien möglich, fest stehe aber: „Jeder Abonnent wird die Konzerte besuchen können.“ Wenn die Abstandsvorschriften beim Publikum keinen voll besetzten Saal erlauben, würden die Musiker an einem Abend zwei Konzerte geben, sagt Intendant Kuntze.

Die Konzerte wären dann etwas kürzer, vielleicht unter Verzicht auf eine Ouvertüre. Aber er sei sich sicher, dass das Publikum das trage. Auf jeden Fall sei die Solidarität groß. Mit den Paderbornern ist die NWD offenbar schon eine Übereinkunft über zwei Konzerte eingegangen.

Drei Sonderkonzerte mit Frank Beermann

Wer wolle, könne das Orchester erleben – auf diesen Tenor einigen sich die Verantwortlichen. Nachfragen nach Abos oder Einzelkarten können an die Geschäftsstelle der NWD gerichtet werden – derzeit allerdings urlaubsbedingt schriftlich, ab 3. August ist sie wieder geöffnet.

Um die Wartezeit seit März nicht zu lange werden zu lassen, präsentiert die NWD im August drei Sonderkonzerte. Unter dem Motto „Wir sind wieder da!“ richtet sich das erste Konzert am 13. August an die Herforder Abonnenten, für das zweite am 16. August gibt es auch Einzelkarten. Und am 15. August gastiert die NWD unter Leitung von Frank Beermann in Bad Salzuflen. Gespielt werden Mozarts Jupiter-Sinfonie und Beethovens Siebte.

Für die NWD bedeuten diese Konzerte auch eine Art Probelauf für die Vergabe der Sitzplätze im Schützenhof. Eröffnet wird die Saison, in der nach bewährter NWD-Manier die Klassiker dominieren, aber auch Unbekannteres zu hören ist, am 4. September: Ives Abel dirigiert unter anderem Antonín Dvořáks 6. Sinfonie.

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.
 
https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7488948?categorypath=%2F2%2F2158585%2F2158590%2F2198384%2F2198393%2F2514620%2F
Auf Bürger kommen massive Einschränkungen im Alltag zu
Der Bund will nur noch die Lieferung und Abholung von Speisen für den Verzehr zu Hause erlauben.
Nachrichten-Ticker