Karin Gehrke appelliert: „Kranke oder hungernde Tiere bei uns melden“
Taubenfreunde suchen Mitstreiter

Herford (WB). Ihr großes Ziel ist es, einen Stadttaubenschlag für Herford einzurichten. Ihre Aufgabe ist es aber schon jetzt, kranken Tauben zu helfen. Seit einigen Monaten gibt es eine kleine Gruppe – initiiert von Karin Gehrke –, die sich für Tauben einsetzt.

Mittwoch, 08.07.2020, 12:00 Uhr
Wiederholt hat Karin Gehrke sich um kranke Tauben gekümmert. Aktuell leiden viele Tiere vor allem unter Hunger und werden krank. Auch dieses Exemplar leidet und hockt aufgeplustert am Boden.

„Wir möchten eine friedliche und gesunde Koexistenz von Mensch und Stadttaube. Wir arbeiten daher auf einen betreuten Stadttaubenschlag hin, der eine etwa 80-prozentige Verringerung des Kotanfalls in der Stadt und eine deutliche Verringerung der Taubenpopulation bei gleichzeitig verbesserter Gesundheit der Tiere ermöglichen soll“, sagt Gehrke. In der Nachbarstadt Bünde gibt es so etwas bereits.

Viele kranke Tiere

„Erst letzte Woche bekamen wir wieder von der Tierrettung Herford den Hinweis, dass sich eine geschwächte Taube im Garten eines Bürgers befände. Ich habe sie dort leicht einfangen können, weil sie schon so kraftlos war. Die Taube bestand nur noch aus Federn und Knochen“, berichtet die Tierfreundin. Sie hat das Tier – wie schon andere zuvor – zur Bünder Taubenexpertin Tanja Bültermann gebracht. „Leider starb die Taube trotz aller Mühen, sie ist verhungert. Seit der Coronazeit sind noch mehr erkrankte Tiere bei Tanja Bültermann angekommen als sonst“, weiß Gehrke.

Viele würden wohl auch gar nicht erst gefunden. Damit die Tauben nicht leiden müssen, appelliert Gehrke an die Bürger: „Wenn jemand ein Tier in Not sieht, sollte er es möglichst sichern und die Tierrettung Herford unter 0171/2664476 informieren oder im Fall einer Taube auch mich unter der Nummer 0173/3925907 kontaktieren.“

Mitstreiter gesucht

Noch ist die Gruppe um Gehrke klein. Sie hofft aber auf weitere tierliebe Mitstreiter. „Interessierte können sich gerne an mich wenden und auch Anwohner, die ein zugängliches Nest auf dem Balkon oder dem Dach haben, können anrufen. Wir würden gegebenenfalls die Eier gegen Attrappen tauschen und das Nest säubern.“

Fütterungsverbote

Warum die Stadttauben Hilfe benötigen, erklärt die Herforderin: „Stadttauben stammen von Zuchttauben ab, sind also verwilderte Haustiere und keine Wildtauben wie die Ringeltaube. Als Nachkommen von Felstauben sind sie auf Körner und Saatenfutter sowie auf Häuser zum Brüten angewiesen. Ihnen wurden eine extreme Ortstreue und ein Brutzwang angezüchtet, sodass sie auch bei Futtermangel weiter brüten.“ Das führe dazu, dass die Jungen oft qualvoll im Nest verhungerten, was wiederum eine schnelle Neubrut zur Folge habe. Das Aushungern der Tiere durch Fütterungsverbote widerspreche dem Tierschutzgesetz. Durch die Ortstreue wechselten sie den Brutplatz nicht und würden so durch den Kot im Nest oft krank.

„Übrigens sind Tauben für den Menschen entgegen der allgemeinen Auffassung keineswegs besonders gesundheitsgefährdend. Sie sind genauso infektiös wie alle anderen Vögel oder Wildtiere. Also eher wenig“, sagt Karin Gehrke.

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