Alle für die Region bestimmten Urlaubsgrüße machen Zwischenstopp in Herford
Postkarte zu Corona-Zeiten gefragt

Herford (WB/KaWe). Trotz WhatsApp, Facebook und Co. sind Postkarten-Grüße weiter angesagt. Gerade in der Corona-Zeit. Egal, ob aus Köln, Paris oder aus der Nähe vom Steinhuder Meer: Persönliche Grüße aus ganz Deutschland, die für Empfänger in den Postleitzahlregionen „32/33“ vorgesehen sind, machen alle erst einmal Halt im Briefzentrum der Deutschen Post in Herford.

Dienstag, 07.07.2020, 13:00 Uhr
Auch ein Balkonien-Gruß aus der Heimatstadt Herford kann eine tolle Überraschung sein. Foto: Kathrin Weege

Auch Karten, die aus Bielefeld, Gütersloh oder Paderborn in umgekehrter Richtung rund um den Globus gehen, landen zunächst im Gewerbegebiet Herford. Dort bearbeiten 400 Postmitarbeiter jeden Tag bis zu 1,6 Millionen Briefsendungen. Darunter besonders im Sommer jede Menge Postkarten aus den beliebtesten Reisezielen in ganz Deutschland und von dort zurück nach OWL.

147 Millionen Postkarten

„Auch wenn wir in der Corona-Zeit auf der Seite der geschäftlichen Briefe Einbußen hatten – privat wurde wieder mehr geschrieben“, sagt Postsprecher Rainer Ernzer. Das sei zu Ostern deutlich geworden. „Konnten sich in der Lockdown-Phase Enkel und Großeltern nicht sehen, haben sich viele stattdessen geschrieben“, hat Ernzer beobachtet. Und auch wenn die Zahl der versendeten Postkarten insgesamt rückläufig ist, so wurden deutschlandweit 2019 immerhin 147 Millionen Postkarten von der Post befördert. „Digitale Grüße sind nun mal flüchtig, aber Urlaubsgrüße per Post bleiben in Erinnerung und werden häufig aufbewahrt. Das ist für viele Menschen offenbar immer noch ein unschlagbarer Vorteil”, sagt Gert-Manfred Hornig, Leiter der Postniederlassung Greven.

Exotisch, mitunter schrill und grell

Der Großteil der täglichen Briefe ist Geschäftspost in weißen Umschlägen. Deshalb fallen die bunten Karten durchaus auf. Mal exotisch, mitunter schrill und grell, aber in der Mehrzahl doch rechteckig und mit wohlbekannten Motiven: Insbesondere in den klassischen Urlaubsmonaten, also vor allem im Sommer, werden viele Postkarten versandt.

Dabei gibt es immer wieder auch ungewöhnliche Formen – fernab von der gewöhnlichen Karte: Flaschenpost, Bierdeckel oder Karten aus Kork, die vor allem aus Portugal und Sardinien kommen. Die Flaschenpost sieht allerdings ein wenig anders aus als die, die im Meer schwimmt: Es handelt sich um verschweißte Plastikflaschen mit Adressaufklebern.

Bierdeckel und Flaschenpost

Aber Achtung: Wer außergewöhnliche Kartenformate versendet, der muss etwas tiefer in die Tasche greifen. „Die klassischen Karten können maschinell im Herforder Briefzentrum erfasst werden, während beispielsweise Bierdeckel oder die Flaschenpost von Hand bearbeitet werden müssen und daher teurer sind“, sagt Ernzer. Die Standardkarte koste 60 Cent, außergewöhnliche Maße von 95 Cent über 1,55 bis hin zu 2,70 Euro Porto.

Besonders viele Postkarten landen natürlich während der Hauptferienzeit im Herforder Briefzentrum – die meisten kamen in der Vergangenheit aus den bei den Herfordern beliebten Ländern: Italien, Frankreich, Österreich, Spanien und der Türkei.

Dieses Jahr könnte der Trend anders aussehen: Weil viele Urlaub an den schönsten Stellen in Deutschland machen, werden die Postkarten wohl Motive von der Nord- und Ostsee bis zu den Alpen haben.

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