Stadt hebt Allgemeinverfügung auf – „keine klinischen Symptome entwickelt“
Flüchtlinge dürfen Gelände wieder verlassen

Herford (WB). Seit dem 18. Juni durften die Bewohner der Zentralen Unterbringungseinrichtung (ZUE) das Gelände an der Mindener Straße nicht verlassen. Nachdem sich einige Flüchtlinge mit dem Covid-19-Virus infiziert hatten, hatte die Stadt Herford eine Allgemeinverfügung erlassen, so dass die ZUE-Bewohner unter Quarantäne standen.

Donnerstag, 02.07.2020, 16:41 Uhr aktualisiert: 02.07.2020, 16:44 Uhr

„Die Allgemeinverfügung läuft aus“, teilte die Stadt Herford gestern mit. Eine Verlängerung sei nach Absprache zwischen örtlicher Ordnungsbehörde und Gesundheitsamt des Kreises Herford nicht erforderlich. Die Bewohner können die Flüchtlingsunterkunft daher ab Freitag, 3. Juli, wieder verlassen. Nur eine kleine Gruppe von Kontaktpersonen müsse noch in der Zimmerquarantäne verbleiben.

21 Bewohner waren betroffen

„Insgesamt waren zeitversetzt 21 Bewohner von der Infektion betroffen“, heißt es in einer Mitteilung der Stadt weiter. Keine Person habe bisher klinische Symptome entwickelt. Die ersten infizierten Bewohner konnten bereits aus der Zimmerquarantäne entlassen werden, so dass in Absprache mit dem Gesundheitsamt das Infektionsgeschehen soweit eingegrenzt ist, dass die Quarantäne über die gesamte Einrichtung aufgehoben werden kann.

Die konsequente Umsetzung der Maßnahmen zur Vermeidung und Eindämmung von Infektionen in der Unterkunft hat dazu geführt, dass sich das Virus nicht weiter ausbreiten konnte“, sagt Jörg List, Leiter des Dezernates Unterbringung und Betreuung von Flüchtlingen der Bezirksregierung Detmold. „Die Zusammenarbeit mit Gesundheitsamt und Polizei hat ebenfalls hervorragend geklappt“, sagt List.

Polizei musste beruhigen

Die Akzeptanz für die 14-tägige Quarantäne in der Unterkunft sei bei den Bewohnern trotz der damit verbundenen Einschränkungen insgesamt sehr hoch gewesen. Dennoch hatten einige Flüchtlinge zwischendurch den Aufstand gegen die verhängte Quarantäne geprobt. Polizisten mussten die ZUE-Bewohner beruhigen. Die Bewohner leben maximal zu viert, in Ausnahmefällen zu fünft in einem Zimmer.

„Die Bewohner und die Betreuungskräfte sind über das Ende der Quarantäne sehr erleichtert“, sagt Jörg List. Vom heutigen Freitag an können die Bewohner jetzt beispielsweise wieder außerhalb der ZUE einkaufen gehen. Die Bewohnerschaft der Zentralen Unterbringungseinrichtung setzt sich aktuell aus 32 Nationalitäten zusammen. Ein Großteil der Menschen kommt aus Irak, Syrien und Afghanistan.

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