Wenn das Konzept stimmt, werden vielleicht doch einige Verkaufsstände zugelassen
Buden in der Stadt? – Schausteller dürfen hoffen

Herford (WB). Volksfeste und Kirmesveranstaltungen sind aufgrund der Corona-Schutzmaßnahmen bis zum 31. August untersagt. Deshalb hatte die Stadt einen Antrag der Liste 2004 abschlägig beschieden, wonach den heimischen Schaustellern erlaubt werden sollte, einige Buden und Verkaufsstände in der Innenstadt aufzustellen. Möglicherweise ist darüber das letzte Wort aber noch nicht gesprochen.

Donnerstag, 11.06.2020, 10:00 Uhr
Vielleicht hier? Willi Parpalioni könnte sich vorstellen, dass im Gehrenberg Verkaufswagen aufgestellt werden. Foto: Bernd Bexte

Denn nachdem Willi Parpalioni, Vorsitzender des Mitteldeutschen Schaustellervereins, mit dem Anliegen jetzt noch einmal bei Bürgermeister Tim Kähler vorstellig geworden ist, wird es weitere Gespräche geben. „Versprechen kann ich noch nichts. Aber wenn das Konzept schlüssig ist, könnten eventuell einige Verkaufsbuden in der Innenstadt erlaubt werden“, sagte Kähler am Mittwoch.

„Es brennt an allen Ecken“

Parpalioni ist die Sache äußerst wichtig: „Die meisten von uns haben derzeit keine Einnahmen, viele haben auch keine Soforthilfe bekommen, da brennt es finanziell an allen Ecken“, macht er auf die prekäre Lage der Branche aufmerksam. Ein Drittel der etwa 100 Mitgliedsbetriebe im Mitteldeutschen Schaustellerverein sei von der Krise existenziell getroffen. Zahlreiche Schausteller lebten mittlerweile von der Grundsicherung (Hartz IV). „Die laufenden Kosten kann man damit aber nicht decken. Wir sind dringend auf Einnahmen angewiesen.“

Der Aufbau einiger Verkaufsstände auf den Plätzen und Straßen der Innenstadt könne da helfen. „Wir wollen hier keine Kirmes mit Karussells veranstalten“, macht der Schausteller-Vorsitzende deutlich. „Aber warum sollten nicht auf dem Alten und Neuen Markt, dem Gehrenberg oder dem Gänsemarkt Verkaufswagen mit Popcorn und Zuckerwatte, Hot dogs, Crêpes oder gedünsteten Champignons stehen?“

Kinderkarussell geplant

Dabei ist es Parpalioni wichtig, dass das im Einvernehmen mit der heimischen Gastronomie geschieht. „Wir wollen keine Bratwurst, Pommes oder andere Sachen verkaufen, die es auch in Lokalitäten in der Innenstadt gibt.“ Auch auf Los- oder Schießbuden wolle man verzichten – wegen der hohen Auflagen in Corona-Zeiten. Ganz toll wäre, wenn man ein Kinderkarussell aufbauen könnte – selbstverständlich mit beschränkter Fahrgastzahl und regelmäßiger Desinfizierung.

Bürgermeister Kähler erklärt, auch er sei an einer konstruktiven Lösung interessiert. „Jeder, der mich kennt, weiß, dass ich mich einem solchen Anliegen nicht verschließe.“ Immerhin habe man den Schaustellern ja bereits geholfen. So werden den Schaustellern, aber auch Gastronomen und Händlern, bis zum 31. Juli kommenden Jahres sämtliche Standgebühren erlassen. „Bevor wir jetzt aber etwas entscheiden, müssen wir erst wissen, wie die Schausteller sich das genau vorstellen. Noch liegt mir diesbezüglich nichts vor.“ Es werde nun Gespräche geben.

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.
 
https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7444541?categorypath=%2F2%2F2158585%2F2158590%2F2198384%2F2198393%2F2514620%2F
Krisenstab mietet Wohnsiedlung für positiv getestete Tönnies-Mitarbeiter an
Symbolbild. Foto: dpa
Nachrichten-Ticker