Arbeiten an Teilstück der Salzufler Straße in Herford sind bald abgeschlossen
Wo die Radverkehrspolitik irrt

Herford (WB). Bis Ende der Woche werden die Arbeiten an einem weiteren Teilstück der Salzufler Straße abgeschlossen sein. Ab dem 12. Juni wird dann ein weiterer Teilabschnitt saniert. Dieser führt von der Höhe Gesamtschule bis zur Aral-Tankstelle an der Salzufler Straße. Die Tankstelle kann vom Bergertor oder über die Kastanienallee weiter angefahren werden. Um das Gewerbegebiet Waterfuhr weiter erreichen zu können, wird im Bereich Wiesestraße/Am Stadion eine Ampelanlage installiert.

Dienstag, 09.06.2020, 13:00 Uhr aktualisiert: 10.06.2020, 11:06 Uhr
Besonders im Bereich der Verkehrsinseln wird es für Radfahrer auf dem neuen Teilstück der Salzufler Straße eng. Foto: Ralf Meistes

Während die Arbeiten also noch in vollem Gange sind, wird intensiv über die neu geschaffene Situation für Radfahrer diskutiert. Radfahrer müssen sich auf der neu gestalteten Strecke den Raum auf der Fahrbahn mit den Fahrzeugen teilen. Lediglich eine gestrichelte Linie sowie Fahrrad-Markierungen machen auf den Platz für die Radfahrer aufmerksam. Als vor sechs Jahren über den Ausbau der Salzufler Straße diskutiert worden ist, da habe man als Kompromiss beschlossen, den Radweg auf die Straße zu verlegen, erinnerte Manfred Mohning (SPD).

Stadt hätte mit rund 200 Anliegern verhandeln müssen

Andernfalls hätte sich ein Ausbau der Salzufler Straße um zehn Jahre verschoben, weil die Stadt zunächst Grundstücksverhandlungen mit gut 200 Anliegern hätte führen müssen, um Flächen für einen möglichen Radweg zu erwerben. Da man jetzt sechs Jahre weiter ist und der Ausbau der Straße noch nicht abgeschlossen, sind einige Beobachter der Auffassung, man hätte es von Seiten der Stadt versuchen können.

Jetzige Situation ist für Radfahrer gefährlich

„Als hochgradig gefährlich“, empfindet Bauausschuss-Vorsitzender Werner Seeger (CDU) die derzeitige Situation. Man sollte gemeinsam Überlegungen anstellen, wie die Situation für die Radfahrer auch im Nachhinein noch verbessert werden kann.

„Nicht befriedigend“ sei die Lage für die Fahrradfahrer, befand auch Herbert Even (Die Grünen). Wolfgang Rußkamp (CDU) forderte, dass bei künftigen Planungen jeder Radweg räumlich getrennt sein müsste vom Autoverkehr. Darauf entgegnete Herbert Even, dass moderne Verkehrsplaner durchaus der Auffassung seien, dass sich Rad- und Autoverkehr den Raum teilen sollten.

Diese Ansicht scheint aber inzwischen überholt zu sein. Aus einer aktuellen Broschüre des ADFC mit dem Titel „So geht Verkehrswende“ geht deutlich hervor, dass es 72 Prozent der Radfahrer wichtig bis sehr wichtig ist, vom Autoverkehr getrennt zu sein.

Neue Wege in Amsterdam und Kopenhagen

40 Jahre lang sei man in der Radverkehrspolitik nach der Devise verfahren, das Fahhrad ist ein Fahrzeug und gehört auf die Fahrbahn. Doch diese Radverkehrsplanung sei von den Menschen nicht angenommen worden, stellt der ADFC fest. Radfahr-Metropolen wie Kopenhagen oder Amsterdam würden deshalb seit Jahren separate Radverkehrsanlagen bauen. Hans-Henning Warnecke (CDU) fordert ein Gesamtkonzept, dass nicht nur die Fahrradfahrer, sondern alle Verkehrsteilnehmer in den Blick nimmt. Der CDU-Politiker verweist immer wieder darauf, dass viele Menschen auf ein Auto angewiesen sind.

Kommentare

michael schönow  wrote: 10.06.2020 07:48
warum
macht man Fahrradwege? Benutzen tun die Radfahrer/innen die so gut wie nie, entweder die fahren auf der Straße,. auf dem Gehweg dann in verkehrter Richtung, bei Rot über die Ampel und Fußgänger interessieren die rein gar nicht, die fahren dann verbotener Weise auf dem Gehweg, Radweg daneben auf der Straße, und rasen an Fußgängern vorbei, Kinder und Erwachsene gehen denen am A..vorbei, Hauptsache rasen .
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