Beim Herforder Mittagstisch in der Hermannstraße wird seit Montag wieder gekocht
Essen unter Zeltdächern

Herford (WB). Wochenlang haben sie mittags allein vor ihrem Teller gesessen. Ab sofort wird’s zur Tischzeit wieder gesellig. Seit Montag wird beim Herforder Mittagstisch wieder selbst gekocht und die Gäste können in zwei Runden wieder zum Essen in die Hermannstraße kommen. Wenn auch unter ganz anderen Bedingungen als vor Corona.

Dienstag, 09.06.2020, 12:00 Uhr aktualisiert: 10.06.2020, 12:26 Uhr
Gute Stimmung beim Mittagstisch. In der Hermannstraße wird wieder gekocht und gegessen – im Freien und unter Zeltdächern. Die Gäste werden unter anderem begrüßt von Barbara Firidin, Birgit Nolte-Kristen (vorne links) und Pfarrer Bodo Ries (rechts). Foto: Koteras-Pietsch

Es ist erst zwölf Uhr, da stehen die ersten Gäste schon vor der Tür. „Was gibt’s denn heute?“, fragt einer. „Kartoffelauflauf mit Hackfleisch, Nudelauflauf mit Hähnchen, Salat und zum Nachtisch Schokopudding“, zählt Barbara Firidin, Leiterin des Mittagstisches, auf. Und Kaffee gibt’s auch? Na klar. Die Gäste strahlen übers ganze Gesicht. Ein paar Minuten warten müssen sie noch.

Mitarbeiter sind gut vorbereitet

Hinter der Eingangstür sind die Mitarbeiter gut vorbereitet. Alle tragen Mundschutz. Mit rot-weißen Aufklebern und Absperrbändern haben sie den Weg für die Gäste genau vorgegeben. Rein geht’s an der einen Seite, wieder hinaus an der anderen.

Gleich hinter der Tür müssen sich die Gäste die Hände desinfizieren, den symbolischen einen Euro bezahlen und sich in Listen eintragen. Weiter führt der Weg hinter das Haus. Überall gibt es Hinweisschilder, die auf den nötigen Abstand hinweisen. Im Gebäude sitzen geht gerade nicht. „Da hätten wir unter Einhaltung der Abstandsregel viel zu wenig Plätze“, sagt Pfarrer Bodo Ries von der Petri-Gemeinde. So hat die evangelische Jugend dem Mittagstisch drei wetterfeste Zelte zur Verfügung gestellt. Darunter stehen fünf Tische an denen jeweils vier Menschen Platz nehmen können. Immer mit Abstand. Vor ihnen steht ein Spuckschutz.

40 Personen einen Platz anbieten

„Wenn die Gäste in zwei Gruppen kommen, können wir 40 Personen pro Mahlzeit einen Platz anbieten“, sagt Ries. Vor Corona seien jeden Mittag immer so 40 bis 60 Menschen gekommen. Jetzt sei der Zulauf noch verhalten. Die Menschen seien verunsichert. Aber die, die da sind, sind glücklich. „Es geht ja nicht nur um die warme Mahlzeit“, meint der Pfarrer. „Es geht um etwas Geselligkeit, Nestwärme, ein Zuhause auf Zeit. Wir wollen das Zwischenmenschliche fördern.“ Und das gelingt, wenn auch anders. Früher, so Ries, habe an einem Tisch regelmäßig ein Stammtisch mit acht Personen gesessen. Das geht aktuell gerade nicht. Dennoch unterhalten sich die Gäste gut. Die Stimmung ist fröhlich.

Und in der Küche wird seit Montag wieder selbst gekocht, nachdem die Bedürftigen zehn Wochen lang beliefert worden waren . 60 Ehrenamtliche sind in Gruppen von je sechs bis sieben Helfern jeden Mittag in der Küche im Einsatz. Allen Helfern wird ein hohes Maß an Engagement abverlangt. Schließlich muss hier nicht nur gekocht und organisiert werden, die Gerichte werden den Menschen auch an die Tische gebracht.

Die erste Gruppe beginnt um 12.30 Uhr. Wenn sie satt ist, wird desinfiziert, bevor die zweite Gruppe um 13.15 Uhr Platz nimmt.

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