Herforder Fahrschüler warten auf Termine, weil TüV Nord geeignete Räume fehlen
Ohne Toilette keine Prüfung

Herford (HK). Ohne Toilette kein Führerschein. Weil der TüV Nord in Herford derzeit über keine eigenen Räume verfügt, in denen er für ein desinfiziertes WC garantieren kann, müssen viele Fahrschüler länger als üblich auf ihre theoretischen und praktischen Prüftermine warten.

Samstag, 06.06.2020, 09:00 Uhr
Seit Anfang Mai dürfen Fahrschulen wieder üben und prüfen lassen. Allerdings gibt es für Prüfungen nach wie vor strenge Hygienevorgaben, die den TüV Nord vor Probleme stellen. Foto: dpa

Rainer Camen vom TüV Nord bittet um Verständnis: „Weil das Haus, in dem normalerweise die theoretischen Prüfungen stattfinden, noch geschlossen ist, finden in Herford zur Zeit keine theoretischen Prüfungen statt.“ Fahrlehrer und -schüler müssten aktuell auf Bielefeld, Bünde, Bad Oeynhausen ausweichen – was sich inzwischen auch eingespielt habe.

Aufgrund der Hygienebestimmungen starteten darüber hinaus an dem früheren Abfahrtort in Herford (Rewe-Markt) zur Zeit keine praktischen Prüfungen. Dazu verweist der TüV Nord auf einen nahegelegenen Abfahrtort in Bad Salzuflen. Der liege etwa fünf Kilometer vom ursprünglichen Abfahrtort entfernt. Ebenso seien praktische Prüfungen natürlich auch möglich in Bielefeld, Bünde und Bad Oeynhausen. Camen: „Wir bemühen uns um einem neuen Standort für die theoretischen Prüfung und für einen Abfahrtsort.“ Das erweise sich in Herford als sehr schwierig, weshalb ein konkreter Termin derzeit nicht genannt werden könne.

Camen: „Soweit uns die jeweiligen Verordnungen und Verfügungen die Möglichkeit geben, bereiten wir Prüfräume und Abfahrtsorte für die Aufnahme vor und stimmen die Freigabe mit unserem Covid-Krisenteam ab.“ Ziel sei einerseits die Einhaltung der Auflagen der Corona-Verordnungen und andererseits die möglichst effektive Nutzung der bereitgestellten Prüfkapazitäten.

Montagstermine geblockt

Hans Offer, Fahrlehrer in Herford und Vize-Vorsitzender des Fahrlehrerverbandes Westfalen, bestätigt die intensiven Bemühungen des TüV Nord um einen möglichst reibungslosen Prüfungsbetrieb trotz Corona-Auflagen: „Wer einen Prüfungstermin anstrebt, bekommt auch einen.“ Er selbst habe einen der Montagstermine geblockt, für die sich seine Schüler eben frei nehmen müssten. Falls es mal hake, dann an fehlenden Unterlagen. Entweder habe eine Fahrschule oder aber der Fahrschüler nicht alle Unterlagen zum Prüfungsantrag eingereicht. Wegen der Wartezeiten im Verkehrsamt seien Fahrschulen dazu übergangen, solche Anträge von den Fahrschülern selbst bei der jeweiligen Bürgerbüros einreichen zu lassen. Offer: „Das wird aber manchmal glatt vergessen. Doch ohne Prüfungszulassung gibt es auch keinen Prüfungstermin.“

Bevor eine Kommune die Antragsunterlagen an das Kreisverkehrsamt weiterleite, könne schon mal eine Woche vergehen: „Sie sammeln und reichen die Anträge dann geschlossen ein.“ Im Kreisverkehrsamt dauere es etwa drei Wochen, bis die Zulassung erteilt werde. Offer: „Der Prüfungstermin selbst ist dann der letzte Schritt.“ Dem TüV Nord seien in Herford inzwischen verschiedene Gebäude angeboten worden, darunter die Immobilie seiner Fahrschule an der Mindener Straße. Dort seien die Hygiene-Vorschriften erfüllt, aber: „Am Ende des Tages müssen sich TüV und der jeweilige Vermieter einigen.“

Markierte Laufwege

Seit dem 4. Mai dürfen wieder theoretische, seit dem 5. Mai praktische Prüfungen abgenommen werden, allerdings unter besonderen Schutz- und Hygienemaßnahmen . Die TüV-internen Bestimmungen sehen vor, die Abstandsregeln durch markierte Laufwege und Schutzbereiche zu wahren. Die Zahl der Prüfungsteilnehmer sei entsprechend dieser Regeln zu reduzieren. Zur Identitätskontrolle dürfe der Mund-Nase-Schutz nach Aufforderung kurzfristig gelüftet werden. Vor Ort seien die Räume regelmäßig zu reinigen, zu lüften und zu desinfizieren.

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