Polizei teilt Details zum schweren Unfall in Herford mit – auch Neunjähriger verletzt
Berliner Straße: War es ein Straßenrennen?

Herford (WB). Der schwere Unfall am Donnerstag in der Herforder Innenstadt könnte die Folge eines illegalen Straßenrennens gewesen sein. Die Polizei hat jetzt außerdem bekannt gegeben: Auch ein neunjähriger Junge wurde dabei verletzt.

Freitag, 05.06.2020, 11:54 Uhr aktualisiert: 05.06.2020, 11:58 Uhr
Der 29-Jährige am Steuer des Mercedes soll keinen gültigen Führerschein gehabt haben. Foto: Stephan Rechlin

Laut Polizei kam es zu dem Unfall gegen 12.35 Uhr, als die Fahrer eines silbernen Mercedes und eines schwarzen BMW auf der Berliner Straße in Fahrtrichtung Bahnhof unterwegs waren. An der Kreuzung Mindener Straße hätten beide Fahrzeuge nebeneinander auf der Geradeauspur zunächst vor der roten Ampel gehalten. Als die Ampel auf „Grün“ schaltete, sollen die Fahrer ihre Autos „unverhältnismäßig schnell“ beschleunigt haben, so dass quietschende Reifen zu hören waren.

In Höhe der Hausnummer 25 verlor der 29-jährige Mercedesfahrer aus Herford auf der linken Spur die Kontrolle über sein Auto. Es schleuderte nach links zunächst über die Mittelinsel und dann weiter über die Fahrstreifen des Gegenverkehrs hinweg gegen drei geparkte Fahrzeuge. Der 29-Jährige wurde durch die Kollision leicht verletzt.

Neunjähriger saß mit im Mercedes

Noch vor dem Eintreffen der Polizei soll der beteiligte BMW-Fahrer an den Mercedes herangetreten sein und einen verletzten Neunjährigen aus dem Mercedes in seine Obhut genommen haben. Die Polizei traf den Jungen im Rahmen der Unfallaufnahme an seiner Wohnanschrift an und veranlasste eine ärztliche Versorgung. Der BMW-Fahrer war zunächst flüchtig, sei aber kurze Zeit später nahe der Unfallstelle angetroffen worden: Der 49-Jährige aus Herford soll mit dem Mercedes-Fahrer persönlich bekannt sein.

Wie sich herausgestellt habe, sei der 29-Jährige nicht in Besitz einer gültigen Fahrerlaubnis. Zudem bestand der Verdacht, dass er unter dem Einfluss von Betäubungsmitteln gefahren ist. Auf richterliche Anordnung musste er eine Blutprobe abgeben.

„Nach Bewertung der Gesamtumstände und Zeugenaussagen, besteht der Verdacht, dass der Verkehrsunfall aufgrund eines zuvor stattgefunden Straßenrennens zwischen den beiden Beteiligten verursacht wurde“, so die Polizei. Der Führerschein des 49-Jährigen wurde vorläufig beschlagnahmt. Die Polizei schätzt die Höhe des entstandenen Sachschadens auf etwa 20.000 Euro angegeben. Das Verkehrskommissariat übernimmt die weiteren Ermittlungen.

 

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