Von der Metropole aufs Dorf: Ben und Frauke Siegmund haben ihr Glück in Herford gefunden
Die Aussteiger

Herford (WB). Das muss man sich erst einmal trauen: Frauke (52) und Ben (44) Siegmund haben der Bankenmetropole Frankfurt den Rücken gekehrt. Statt Großstadt-Flair heißt es nun Landleben – mehr Kontrast geht kaum.

Freitag, 05.06.2020, 07:10 Uhr aktualisiert: 05.06.2020, 07:34 Uhr
Sie haben ihr Glück in Herford gefunden: Frauke und Ben Siegmund bewirtschaften einen Öko-Bauernhof. Am 15. Juni sind sie in der WDR-Sendung „Land und lecker“ zu sehen. Foto: Moritz Winde

Das Ehepaar hat sich den Traum vom eigenen Bauernhof erfüllt – und zwar in Schwarzenmoor. Demnächst ist ihre Geschichte sogar im Fernsehen.

Die Idylle könnte tatsächlich Schauplatz eines Märchenfilms sein. Doch am 15. Juni (20.15 Uhr) kochen die Wahl-Herforder im Finale der WDR-Produktion „Land und lecker“ um den Sieg. Es werden Lammracks mit Kräuterkruste und Gartenkartoffeln serviert. Als Heimathäppchen gibt es einen westfälischen Klassiker: Stippmilch mit Blaubeeren – natürlich aus eigenem Anbau.

Zum Öko-Bauernhof gehören seit Kurzem auch diese drei Schafe, die es sich im satten Grün gut gehen lassen.

Zum Öko-Bauernhof gehören seit Kurzem auch diese drei Schafe, die es sich im satten Grün gut gehen lassen. Foto: Moritz Winde

Ohnehin stammen alle Lebensmittel, die in ihrer Küche verwendet werden, aus dem Garten vor der Tür oder von einem befreundeten Hof. Nachhaltig, regional, dazu Klimaschutz und Energieeffizienz – Schlagworte, die den neuen Bio-Landwirten wichtig sind.

Am Fuße des Senders gelegen erstreckt sich das weitläufige Areal auf 16.000 Quadratmetern. Umgeben von Wasser, Wald und Wiesen haben Frauke und Ben Siegmund hier ihr Glück gefunden. Dort grasen Schafe, daneben gedeihen Beeren und mittendrin steht der alte und liebevoll restaurierte, denkmalgeschützte Kotten.

Trauung auf dem Bauernhof

„Wir haben uns sofort in das Foto verknallt“, erinnert sich Ben Siegmund, als sie vor knapp sechs Jahren auf die Kleinanzeige im Internet gestoßen waren. Eine Frage trieb die beiden allerdings um: Wo genau liegt eigentlich Herford?

Handarbeit: Frauke Siegmund fertigt kalt gerührte Pflanzenöl-Seifen. „THS“ steht für „Teichhofschmiede“.

Handarbeit: Frauke Siegmund fertigt kalt gerührte Pflanzenöl-Seifen. „THS“ steht für „Teichhofschmiede“. Foto: Moritz Winde

Schon nach der ersten Besichtigung steht fest: Das Paar will die Zwei-Zimmerwohnung in der Mainmetropole gegen das verwunschen wirkende Bauernhaus an der Werre tauschen, das sie „Teichhofschmiede“ getauft haben. Der Name setzt sich aus ihren Berufen – er ist Hufschmied, sie Grafikdesignerin – sowie der Umgebung zusammen.

Seitdem „genießen wir dies schöne Fleckchen Erde und beobachten immer neu mit Erstaunen, was so alles wächst, kreucht und fleucht, wenn man nur Platz dafür schafft“, schreiben die beiden auf ihrer Homepage. „Es sei ein Gefühl von Freiheit, morgens von Vogelgezwitscher und nicht von Verkehrslärm geweckt zu werden“, findet Frauke Siegmund.

Sie wollen andere an ihrem kleinen Paradies teilhaben lassen:  Im Obergeschoss der Teichhofschmiede befindet sich eine Ferienwohnung. Regelmäßig werden Workshops in der Natur oder kulturelle Veranstaltungen in der umgebauten Scheune angeboten.

Frauke und Ben Siegmund haben nicht nur „Ja“ zu Herford gesagt, sondern auch zueinander. Die Trauung fand – natürlich – in der Teichhofschmiede statt.

Was für eine Idylle: Die „Teichhofschmiede“ liegt inmitten von Wiesen, Wäldern und Wasser.

Was für eine Idylle: Die „Teichhofschmiede“ liegt inmitten von Wiesen, Wäldern und Wasser. Foto: Moritz Winde

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