Weil das Corona-Akutzentrum schließt, kann die Notfalldienstpraxis wieder öffnen
Fast 3000 Verdachtsfälle behandelt

Herford (WB). Zwei Monate war es Anlaufstelle für alle Corona-Verdachtsfälle im Kreis Herford: Aufgrund der deutlich gesunkenen Infektionszahlen wird das Corona-Behandlungszentrum an der Herforder Oststraße 23 jedoch geschlossen. Letzter Öffnungstag ist Freitag.

Dienstag, 26.05.2020, 15:24 Uhr aktualisiert: 26.05.2020, 15:26 Uhr
Zu Beginn war der Andrang am Akutzentrum groß (Foto), zuletzt kamen aber immer weniger Patienten. Foto: Peter Monke

„Fast 3000 Menschen sind hier behandelt worden, eine der höchsten Zahlen in Westfalen“, bilanziert Dr. Hermann Lorenz, Internist und Leiter der zuständigen KVWL-Bezirksstelle Minden. Die Kassenärztliche Vereinigung Westfalen-Lippe (KVWL) hatte die Einrichtung im Erdgeschoss einer Gewerbeimmobilie betrieben – wie zuvor bereits die Abstrichstelle am H2O. Dort waren 1659 Menschen vorstellig geworden.

Patientenaufkommen gesunken

„Eine zentrale Anlaufstelle für den ganzen Kreis hat sich bewährt“, resümiert Landrat Jürgen Müller. Da die Betroffenen zudem beraten, untersucht und behandelt werden sollten, wurde das Behandlungszentrum eingerichtet – auch um Infektionsketten über einzelne Arztpraxen zu vermeiden. Zwei Ärzte waren dort täglich in jeweils zwei Schichten vor Ort. „Anfangs kamen etwa 150 Leute, zum Schluss nur noch 50 bis 60, am Wochenende nur noch um die 10“, sagt Lorenz. Deshalb waren schon vor Wochen die Öffnungszeiten eingeschränkt worden. Mit dem Rückgang des Patientenaufkommens sank auch die Zahl der Infizierten. „Zu Beginn waren zehn bis zwölf Prozent der Behandelten mit dem Virus infiziert.“ Zum Schluss sank die Quote auf Null.

Hausarzt erster Ansprechpartner

Für die Bürger werde sich mit der Schließung nicht viel ändern. Der Hausarzt bleibe weiterhin erster Ansprechpartner in Gesundheitsfragen. Außerhalb der Sprechzeiten sei der Bereitschaftsdienst unter Telefon 05221/ 116117 erreichbar. Zudem öffnet die Notfalldienstpraxis der KV am Klinikum am Samstag wieder. Sie war zuletzt geschlossen. „Das hatte natürlich auch was mit den personellen Ressourcen zu tun, die wir für das Akutzentrum vorhalten mussten“, erklärt Lorenz.

Anlaufstelle Klinikum

Patienten mit Corona-Symptomen, die zum Klinikum kommen, sollten an der Eingangstür des Notfallzentrums klingeln. Sie würden dann von Mitarbeitern in Empfang genommen und zur Behandlung in die Notfalldienstpraxis oder die Zentrale Notfallaufnahme gebracht. „Ein Mund-Nasen-Schutz ist Pflicht“, erläutert Klinikchef Peter Hutmacher. In seinem Haus seien zuletzt wöchentlich etwa 600 Patienten vor der Aufnahme auf Corona getestet worden. „Ganze zwei waren positiv.“ Im gesamten Zeitraum habe es 800 Verdachtsfälle im Klinikum gegeben, 55 Infizierte seien stationär behandelt worden, aktuell sind es noch drei.

Und die Kosten? Für einen Corona-Test zahlen die gesetzlichen Kassen 59 Euro, die privaten allerdings 168 Euro an. „Das ist doch viel zu teuer“, meint ein HK-Leser und Privatpatient (78), der selbst am Akutzentrum vorstellig geworden war. Alles korrekt, sagt hingegen Hermann Lorenz. Die Abrechnung entspreche der Gebührenordnung.

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.
 
https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7424266?categorypath=%2F2%2F2158585%2F2158590%2F2198384%2F2198393%2F2514620%2F
Maskenpflicht in NRW auch im Unterricht
Symbolbild. Foto: dpa
Nachrichten-Ticker