Corona-Krise lässt die Umsätze um mehr als 80 Prozent einbrechen – Eigentümer stundet Miete
Parkhäuser blieben im April fast leer

Herford (WB). Die Corona-Pandemie hat auch die Betreiber der Herforder Parkhäuser voll erwischt: Die Umsätze sind im April um mehr als 80 Prozent eingebrochen. „Das war schon heftig“, sagt Rainer-Michael Rudolph, Chef der Park-Bau-Gruppe aus dem nordhessischen Borken. Das Unternehmen ist Eigentümerin der drei Parkhäuser Altstadt, Neustadt und Radewig. Die beiden Erstgenannten sind an Contipark (Berlin) verpachtet.

Samstag, 09.05.2020, 11:00 Uhr aktualisiert: 11.05.2020, 10:00 Uhr
Im Parkhaus Altstadt wurden nach Angaben des Eigentümers im April fast 18.000 Parkvorgänge weniger gezählt. Foto: Bexte

Rudolph hat die Zahlen von April vorliegen – und die sind verheerend. „Am deutlichsten war der Rückgang im Parkhaus Altstadt.“ Es verfügt über 446 Stellplätze. Dort seien fast 18.000 Parkvorgänge weniger gezählt worden als in einem normalen Monat. Das entspreche einem Umsatzrückgang von 83 Prozent. „Damit habe ich nicht gerechnet“, sagt Rudolph. „Denn unter anderem hatte der Supermarkt im Erdgeschoss ja weiterhin geöffnet. Aber die meisten Leute scheinen da wohl zu Fuß hinzugehen.“

Pachtzins wird gestundet

Lediglich die Zahl der Dauerparker mit monatlichem Abo sei konstant geblieben. Im Parkhaus Neustadt (425 Stellplätze) seien die Umsätze ähnlich eingebrochen. Etwa 7000 Parkvorgänge weniger seien im April gezählt worden. Anders verhält es sich beim Parkhaus Radewig. „Von den 450 Stellplätzen sind 400 an Dauerparker vermietet: Mitarbeiter von Kreis, Stadt oder auch der Sparkasse“, erläutert Rudolph. Deshalb sei hier der Rückgang nicht so gravierend gewesen.

Die Einnahmeausfälle stelle die Pächter vor große Herausforderungen. „Ich hoffe, dass alle die Krise überstehen.“ Um zu helfen, würde der Pachtzins bei Bedarf gestundet. „Davon haben einige Nutzer auch schon Gebrauch gemacht. Das ist o.k., denn wir wollen ja nicht, dass die Unternehmen in Konkurs gehen.“ Mit der Öffnung der Geschäfte ziehe der Betrieb in den Parkhäusern jetzt wieder an. „Wir hoffen, schnellstmöglich in den Normalzustand zurückkehren zu können.“ Vom Pächter-Unternehmen Contipark war keine Stellungnahme zu erhalten.

Stadt verzichtete auf Knöllchen

Begünstigt hat den Umsatzeinbruch offenbar auch die Tatsache, dass die Stadt von Mitte März an auf Knöllchen für Falschparker verzichtet hatte. Da erübrigte sich für viele Autonutzer die Fahrt ins Parkhaus. Erst seit Ende April sind die Ordnungshüter wieder auf Herfords Straßen unterwegs.

Die 1973 gegründete Park-Bau GmbH ist Eigentümerin von bundesweit zwölf Parkhäusern. Mit den drei Standorten ist Herford Schwerpunkt der Tätigkeit. Die Parkhäuser waren in den Jahren 2008 bis 2013 umfassend saniert worden.

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