Erschließungsträger will im Herforder Stadtteil Stedefreund bauen Debatte über Baugebiet

Herford (WB). An welchen Stellen im Stadtgebiet soll die Stadt Herford noch Baugebiete ausweisen und wo soll eine weitere Versiegelung von Flächen verhindert werden? Wie unter einem Brennglas wird dieser Streit gerade im Ortsteil Stedefreund geführt. Nächster Austragungsort ist der Herforder Bauausschuss.

Von Ralf Meistes
Auf der Ackerfläche zwischen Stedefreunder Straße, Donopweg und Am Jammertal in Stedefreund sollen 60 Wohneinheiten entstehen. Die Wesertal Erschließungsgesellschaft mbH wird vielen Bauinteressenten eine Absage erteilen müssen.
Auf der Ackerfläche zwischen Stedefreunder Straße, Donopweg und Am Jammertal in Stedefreund sollen 60 Wohneinheiten entstehen. Die Wesertal Erschließungsgesellschaft mbH wird vielen Bauinteressenten eine Absage erteilen müssen. Foto: Moritz Winde

Eine Bürgerinitiative hat sich zuletzt klar gegen die Bebauung einer Ackerfläche zwischen Stedefreunder Straße, Donopweg und Am Jammertal ausgesprochen. Jetzt meldet sich der Erschließungsträger zu Wort. „Wir haben Anfragen von 270 Familien, die sich dort ansiedeln wollen. Wie schon in Elverdissen, so können wir auch in Stedefreund den Bedarf nicht befriedigen. Wir wollen aber, dass es mit dem Projekt jetzt voran geht“, sagt Andreas Kohl, Geschäftsführer der Wesertal Erschließungsgesellschaft mbH aus Bad Oeynhausen.

Auf Antrag der SPD soll über das geplante Baugebiet nun doch in der Bauausschuss-Sitzung am 26. Mai diskutiert werden. Eigentlich sollte das Thema erst nach der Kommunalwahl im September wieder behandelt werden. Doch die SPD will mit Blick auf die Bevölkerungsentwicklung für zusätzlichen Wohnraum sorgen. Kritik könnte von den Anwohnern kommen. Bislang waren diese stets in großer Zahl in den öffentlichen Sitzungen vertreten und haben auch Rederecht erhalten. Aufgrund der Schutzbestimmungen im Zuge der Corona-Pandemie ist die Zahl der Teilnehmer an der Sitzung am 26. Mai jedoch äußerst begrenzt.

200 Interessenten für Stedefreund

Andreas Kohl, der zuletzt unter anderem für ein Baugebiet in Elverdissen zuständig war, kennt die Widerstände gegen das Projekt. „Wir hätten auch in Elverdissen 12- oder 13-mal mehr Baugrundstücke veräußern können wie tatsächlich vorhanden waren. Viele Menschen wollen sich in Herford niederlassen“, sagt Kohl. Ihm liegen 200 Unterschriften von Interessenten vor, die nun in Stedefreund bauen wollen. Tatsächlich werden dort voraussichtlich 60 Wohneinheiten entstehen. Das heißt, auch hier muss der Erschließungsträger etlichen Interessenten eine Absage erteilen. Von der ersten Voranfrage bis heute seien vier Jahre vergangenen. „Wir haben alle Fachgutachten vorgelegt, die besagen, dass dort gebaut werden kann. Wir bitten den Bauausschuss, jetzt einen Beschluss zu fassen. Es gibt keine Argumente gegen das Baugebiet“, betont Andreas Kohl.

Die öffentliche Sitzung beginnt am 26. Mai um 17 Uhr. Es wird eine Begrenzung der Zuschaueranzahl geben, um die derzeitigen Abstandsregeln einhalten zu können. Die Besucherinnen und Besucher müssen außerdem registriert werden.

Kommentare

Die Nachfrage für neue Baugrundstücke ist Riesig

Menschen die bereits in einem Eigenheim leben, wollen nicht daß auch andere Menschen sich ein Eigenheim bauen lassen. Wie Arogant ist das bitte? Natürlich will jeder seine Ruhe, aber wenn verfügbare Flächen als Bauland ausgewiesen werden, müsen auch die Stedefreunder damit leben. Im Kreis Herford herrscht eine große Nachfrage für Bauland fürs eigene Haus. Die Stadt Herford sollte sich noch mehr dem Thema Baugrund widmen! Das Angebot deckt die Nachfrage nicht annährend!!!

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