Friseure öffnen wieder: Kunden sind gelassen, Salons arbeiten im Schichtbetrieb
Jetzt geht’s der „Matte“ an den Kragen

Herford (WB). „Endlich“, sagen sich Kunden und Friseure gleichermaßen. Nach sechs Wochen geht’s so mancher „Matte“ an den Kragen, Farben werden aufgefrischt oder neue Looks ausprobiert. Eine Stippvisite in drei Herforder Innenstadt-Salons am Tag der Wiedereröffnungen :

Dienstag, 05.05.2020, 13:00 Uhr
Einer der ersten Kunden in der Hairlounge: Pfarrer Johannes Beer bekommt von Geschäftsführer Domenico Fava persönlich die Haare geschnitten. Foto: Lars Krückemeyer

„Das Telefon steht nicht still“, sagt Klara Flagmeier vom gleichnamigen Unternehmern in der Komturstraße. Schon vor zwei Wochen hat der Salon damit begonnen, Termine zu vergeben. Auf den großen Andrang reagiert der Betrieb mit verlängerten Öffnungszeiten. „Wir arbeiten in Schichten bis 20 Uhr abends, auch am Samstag. Denn wir wollen auf keinen Fall zu wenig Platz haben und für unsere Stammkunden da sein“, ergänzt Johanna Flagmeier.

„Wie zwei Kilo leichter“

Pfarrer Johannes Beer war einer der ersten Kunden in der Hairlounge an der Lübberstraße. „Es fühlt sich an, als wäre ich zwei Kilo leichter. Bedenken wegen der Sicherheit hat man im Moment natürlich immer, aber es hilft ja nichts“, sagt er, als Domenico Fava ihm die Haare schneidet. Auf Kaffee oder eine Zeitung muss Beer verzichten. Das ist in allen Salons zum Schutz vor Infektionen zunächst noch verboten.

Fava und Kollegen haben im Mai einen vollen Terminkalender. Er ist auf die neuen Bedingungen gut vorbereitet und rechnet damit, dass Mund- und Nasenschutz bis zum Jahresende Standard in Friseursalons wird. „Die Kunden bringen eine Maske mit und wir haben auch viele. Etwas problematisch wird es, wenn wir Konturen schneiden. Dann müssen die Kunden mithelfen und die Maske halten“, sagt Domenico Fava. 

Mundschutz oder Schutzvisier

Bevor es für Gisela Wolff im Salon Ryf of Switzerland in der Tribenstraße wieder losging, musste sich die Friseurin entscheiden: Mundschutz oder Schutzvisier. „Mit der Maske beschlägt ständig meine Brille. Das Visier ist viel angenehmer“, sagt sie. Nicht nur ihre Kunden freuen sich über die Wiedereröffnung, auch die Friseurin ist erleichtert: „Ich bin froh, dass ich endlich wieder arbeiten und raus kann. Und seien wir mal ehrlich: auch aus finanziellen Gründen ist das für alle wichtig.“

Am ersten Tag ging es für Gisela Wolff gleich zur Sache, waschen, schneiden, färben – das volle Programm. Die Friseure wechseln sich bei Ryf of Switzerland ab, nur zwei Kunden dürfen gleichzeitig im Raum sein. Eine davon war Annegret Mester. „Ich bin nicht übermäßig ängstlich, auch wenn ich zur Risikogruppe gehöre. Sonst dürfte man ja gar nicht mehr rausgehen“, sagt sie.

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