Katholische Kirchengemeinde feiert ersten Gottesdienst nach der Corona-Pause Der gemeinsame Gesang entfällt

Herford (WB). Alles ist ein bisschen anders im „neuen“ Gottesdienst, aber damit nicht unbedingt schlechter: Mit einem spontan-verzückten „Ich freue mich einfach“ hat Pfarrer Gerald Haringhaus seine Gemeinde zur ersten Heiligen Messe nach Lockerung der Gottesdienstverbote am Samstagnachmittag begrüßt, und diese antwortete mit einem ebenso spontanen Applaus.

Von Thomas Meyer
Ausreichend Abstand zwischen den Gläubigen und das Tragen eines Mundschutzes – so hat die Katholische Kirchengemeinde am Samstagnachmittag Gottesdienst gefeiert.
Ausreichend Abstand zwischen den Gläubigen und das Tragen eines Mundschutzes – so hat die Katholische Kirchengemeinde am Samstagnachmittag Gottesdienst gefeiert. Foto: Thomas Meyer

Bei allem Aufwand durch Schutzmaßnahmen schwingt durchaus eine gewisse Lockerheit mit, ein Pragmatismus, der manch streng liturgischem Ablauf bisweilen abgeht. Flexibel auf neue Rahmenbedingungen eingehen, das Beste aus der Situation machen: damit wissen die katholische Kirche in Herford und der gesamte Pastorale Raum Wittekindsland zu beeindrucken. Mund- und Nasenschutz, kein gemeinsamer Gesang, markierte Sitzplätze, markierte Eingänge, Eingangskontrolle, Platzreservierung, kein Friedensgruß per Händereichen, Kommunionsausteilung per Zange. So werden Regelungen und Empfehlungen umgesetzt.

Reservierungserfordernis

„Das ist natürlich gewöhnungsbedürftig“, sagte Haringhaus. Tatsächlich bestand die größte Herausforderung im Reservierungserfordernis. Das funktioniert nämlich online über die Seite des Pastoralen Raums prwi.nrw und wurde im Vorfeld der Heiligen Messe in St. Johannes Baptist zwar reichlich genutzt, aber eben nicht von jedem Gottesdienstinteressenten, sodass sich Diskussionen beim Einlass nicht vermeiden ließen. Statt gemeinsamem Gesang übernahm Kirchenmusiker Alexander Grötzner das Singen zu seinem Orgelspiel.

4. Sonntag der Osterzeit

Inhaltlich beschäftigte sich die Messe mit dem 4. Sonntag der Osterzeit, nicht zentral mit der Viruspandemie. „Die Berichterstattung dazu reicht aus, da können wir uns vielen anderen Facetten zuwenden“, sagte Gerald Haringhaus.

Aber den Bogen zum aktuellen Geschehen schlug er natürlich trotzdem, zeigte auf, dass zu verschiedenen Anlässen die Frage gestellt wurde, ob man überhaupt noch glauben könne. „Aber ja“, war die einfache Antwort, „den Glauben kann man niemandem nehmen“. Den deutschen Spitzenpolitikern attestierte er, dass diese – wenn auch mit verschiedenen Akzenten – sicher das Wohl aller im Blick hätten.

„Ich freue mich, nach sieben Wochen endlich wieder eine Eucharistie feiern zu können“, lautete das gesamte Eingangszitat von Pfarrer Haringhaus, und diese Freude überwog die Entbehrungen bei weitem.

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