20 Gewerkschaftsmitglieder und politisch Aktive auf dem Alten Markt – Leitgedanke: „Solidarität für alle“ Mai-Demo mit Mindestabstand

Herford (WB). Noch vor ein paar Wochen sah es so aus, als wäre eine Versammlung überhaupt nicht möglich. Dank enger Absprachen mit dem Ordnungsamt und der Einhaltung aller erforderlichen Auflagen, hat es auch in diesem Jahr eine Zusammenkunft zur Demonstration am 1. Mai gegeben – wenn auch mit deutlich eingeschränkter Teilnehmeranzahl.

Von Sophie Hoffmeier
Mit den 20 Teilnehmern der Demonstration stimmen Elke Eisenburger und Anke Reichwald das Lied „Es tut gut, wieder hier zu sein“ an.
Mit den 20 Teilnehmern der Demonstration stimmen Elke Eisenburger und Anke Reichwald das Lied „Es tut gut, wieder hier zu sein“ an. Foto: Sophie Hoffmeier

Wo sonst Hunderte auf Missstände aufmerksam machen, reckten am Freitag um 11 Uhr 20 angemeldete Gewerkschaftsmitglieder und Politisch Aktive ihre Schilder auf dem Alten Markt in die Höhe. Zwischen ihnen liegen jeweils drei Meter Abstand, um Fußgängern noch die Möglichkeit zu geben, mit 1,5 Meter Abstand den Platz zu passieren. Auf den Schildern stehen Sprüche wie „Neue Kampfjets für die Bundeswehr schützen nicht unser Sozialsystem in der Corona-Krise“ und „Arbeit fair teilen“.

Leitgedanke „Solidarität für alle“

Der Leitgedanke „Solidarität für alle“ zieht sich dabei als roter Faden durch die Auswahl an angesprochenen Themen. „Es sind dieselben Missstände, wie vor Corona, auf die wir aufmerksam machen“, sagt Irmgard Pehle vom Bündnis für gerechten Welthandel: „Allerdings hat sich die Dringlichkeit in einigen Bereichen noch erhöht.“ Darunter falle die Aufwertung systemrelevanter Berufsgruppen durch eine bessere Entlohnung. Ebenso sei es wichtig, nicht nur Unternehmen, sondern auch Privatleute vor dem Absturz in die Erwerbslosigkeit und Armut zu schützen.

20 Teilnehmer

„Protest ist in den Zeiten von Corona wichtiger denn je“, betont auch Inge Höger von den Linken, die im Vorfeld eine Liste mit jedem Teilnehmer angefertigt hat: „Deshalb bin ich froh, dass wir es heute geschafft haben, hier mit 20 Menschen zu stehen.“ Sie selbst trägt eine Pappwand mit dem Appell „Heraus zum 1. Mai“ auf dem Rücken. Aufgrund der besonderen Umstände habe sie allerdings vollstes Verständnis für diejenigen, die Zuhause bleiben und ihren Protest im digitalen Rahmen fortsetzen. Wären es mehr als 20 Teilnehmer geworden, so hätte noch die Möglichkeit bestanden, auf den Neuen Markt auszuweichen, für den Gerd Büntzly eine Genehmigung bezüglich einer Protestversammlung eingeholt hat.

Einstündige Mai-Versammlung

Helga Hindemith, die in mehren Gruppen aktiv ist, gehört mit ihren 85 Jahren zur Risikogruppe. Trotzdem wolle sie es sich nicht nehmen lassen, bei dem Protest dabei zu sein: „Dass ich zur Risikogruppe gehöre, spielt für mich keine Rolle. Schon seit meinem 15. Lebensjahr bringe ich mich ein und deshalb bin ich hier.“ Am Freitag vor Ort ist auch das Duo Elan, das gegen Ende der einstündigen Protestversammlung zum gemeinsamen Singen aufruft. „Musik verbindet, wo sonst keine Nähe möglich ist“, sagt Elke Eisenburger, die zusammen mit Anke Reichwald das Lied „Es tut gut, wieder hier zu sein“ anstimmt.

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