Herforder Stiegelmeyer-Gruppe stattet Notkrankenhaus in Birmingham aus Königreich fordert Betten an

Herford (HK). Die Not kennt keinen Brexit. Im Auftrag des Nationalen Gesundheitsdienstes (NHS, National Health Service) des Vereinigten Königreiches liefert die Herforder Stiegelmeyer-Gruppe 500 Krankenhausbetten nach Birmingham. Dort ist binnen einer Woche ein Notkrankenhaus errichtet worden.

Von Stephan Rechlin

Die 1,1 Millionen Einwohner zählende Stadt in den westlichen Midlands gilt als ein Brennpunkt der Corona-Krise in England. Seit Ausbruch der Krankheit sind dort 306 Menschen an oder mit Corona gestorben. Die vier Kliniken der Großstadt sehen sich nicht mehr in der Lage, weiterhin tausende infizierter und schwer erkrankter Patienten zu versorgen. Das Notkrankenhaus wurde unter anderem von Angehörigen der britischen Streitkräfte direkt am großen Ausstellungszentrum der Stadt installiert. Es wurde in dieser Woche feierlich von Ihrer Königlichen Hoheit Prince William, dem Duke von Cambridge, in einer Videokonferenz eröffnet. Es trägt den Namen „Nightingale Hospital“, benannt nach der britischen Kriegslazarettschwester und Ikone des britischen Gesundheitswesens Florence Nightingale (1820 - 1910).

Unter Volllast

Die 500 bestellten Stiegelmeyerbetten stehen bereits in den kleinen, durch weiße Wände voneinander getrennten Patientenboxen. Stiegelmeyer lieferte das Krankenhausbett „Evario“: Liegefläche (Matratzenmaß): 90 Zentimeter mal zwei Meter, für 90-cm-Matratzen und Wechseldrucksysteme einsetzbar, mit Stelo- oder Rondo-Haupt und einer geteilten Seitensicherung Protega. Das Bett kann mit LCD-Handschalter oder integriertem Bedienpanels gesteuert werden; die Kabel sind im Rahmen verlegt. Dorian Klusmann ist der Exportleiter bei Stiegelmeyer: „Das Evario-Bett ist schnell produzierbar. Darauf kommt es im Augenblick an.“

Stiegelmeyer arbeite unter Volllast. Neben dem Inland würden derzeit Aufträge aus Holland, Dänemark, Ungarn, Serbien und Polen abgearbeitet. Dort würden sich die Kunden wie auch in England an die Stiegelmeyer-Handelspartner vor Ort wenden. In Südafrika unterhalte das Unternehmen eine eigenen Tochtergesellschaft. Auch dort sei der Bedarf enorm und werde aller Voraussicht nach noch wachsen.

Produktion auf Lager

Um der Nachfrage halbwegs gerecht zu werden, produziere Stiegelmeyer inzwischen auf Lager, teilt Sonja Toedtmann aus dem Marketing und Product Management mit: „Das gilt auch für unser übriges medizinisches Equipment.“ Die Vorkehrung ist sinnvoll. Allein das Nightingale-Notkrankenhaus kann bei Bedarf schnell auf 4000 Betten aufgestockt werden. In diesem Notfall würde die Lieferung aus Herford über Nacht benötigt, Brexit hin oder her. Das umfassende Ersatzteil- und Service-Angebot Stiegelmeyers gewährleistet, dass aus dem Notruf eine dauerhafte Kundenbindung werden kann. Toedtmann: „Solche Einsätze zeigen doch, auf wen man sich im Ernstfall verlassen kann.“

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7391400?categorypath=%2F2%2F2158585%2F2158590%2F2198384%2F2198393%2F2514620%2F