Herfords CDU-Bürgermeisterkandidatin Anke Theisen will moderaten Wahlkampf starten
Herausforderin im Wartemodus

Herford (WB). Anke Theisen sieht ihre Felle davon schwimmen: Eigentlich würde die CDU-Bürgermeisterkandidatin jetzt mitten in der politischen Auseinandersetzung mit ihren Kontrahenten stecken und bei den Bürgern für sich werben – doch das Coronavirus hat ihre Pläne über den Haufen geworfen.

Samstag, 18.04.2020, 11:11 Uhr aktualisiert: 18.04.2020, 11:40 Uhr
Kein Wahlkampf in Wahlkampfzeiten: Anke Theisen bleibt trotzdem optimistisch. „Ich will Herfords neue Bürgermeisterin werden“, sagt die 50-Jährige. Die Polizeibeamtin wird von der CDU ins Rennen geschickt. Foto: Moritz Winde

„Ich halte es für legitim, jetzt mit einem moderaten Wahlkampf zu beginnen. Die Leute haben ein Recht darauf, zu erfahren wer ich bin und wofür ich eigentlich stehe.“

Doch wie soll die 50-Jährige sich und ihre Positionen an den Mann und die Frau bringen, wenn reihenweise Veranstaltungen ausfallen oder gar nicht erst anberaumt werden? „Ich wäre auf der Osterkirmes, dem Hoekerfest oder auf dem Wochenmarkt präsent gewesen. Nicht, um die Menschen zu bedrängen, sondern um mich bekannt zu machen.“

Erschwerend kommt das Kontaktverbot hinzu: „Ich kann mich nicht zu zwei Leuten dazu stellen und sagen: ‚Hallo, darf ich mich mal vorstellen?‘ Es ist eine frustrierende Situation, der man etwas hilflos ausgesetzt ist.“

Vor sechs Wochen hatte der CDU-Stadtverband die Polizistin überraschend ins Rennen geschickt, um Bürgermeister Tim Kähler (SPD) im Rathaus abzulösen. Seitdem hat man wenig von der Landesbeamtin gehört – wie auch? Zu Beginn des Shutdowns war nämlich mit Landrat Jürgen Müller vereinbart worden, den Wahlkampf im Kreis Herford bis auf Weiteres ruhen zu lassen.

„Mir läuft die Zeit davon“

Daran haben sich auch fast alle gehalten. Anke Theisen: „Das war sicher auch notwendig – und ich habe bis jetzt dahinter gestanden. Die Bürgermeister hatten genügend damit zu tun, die Krise zu managen. Allerdings bin ich der Meinung, dass es nun erlaubt sein muss, sich zu präsentieren.“

Der Amtsinhaber habe ja ohnehin einen entscheidenden Vorteil: „Alle kennen Tim Kähler, mich aber kennen bislang nur wenige.“ Um das zu ändern, schlägt Anke Theisen daher vor, in dieser Woche offiziell den Wahlkampf einzuläuten – und zwar aus einem ganz pragmatischen Grund. „Mir läuft die Zeit davon. Schon jetzt wird es sehr schwer, diese verlorene Zeit wieder aufzuholen. Das hat dann nichts mehr mit Chancengleichheit zu tun.“ Denn die Kommunalwahl ist bereits in nicht einmal fünf Monaten.

Klar ist, dass das öffentliche Leben bis dahin nicht das alte sein wird. Anke Theisen plant daher überwiegend mit einem digitalen Wahlkampf. Mit ihrem zehnköpfigen Team habe sie fertige Konzepte erarbeitet – dazu zählen auch Bürgersprechstunden übers Internet. „Ich möchte wissen, was die Leute bewegt, worum sie sich Sorgen. Nur so kann ich die Dinge verändern.“

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.
 
https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7374160?categorypath=%2F2%2F2158585%2F2158590%2F2198384%2F2198393%2F2514620%2F
Lockdown wird verlängert - mit Öffnungsmöglichkeiten
Bund-Länder-Runde: Lockdown wird verlängert - mit Öffnungsmöglichkeiten
Nachrichten-Ticker