Kochen in der Quarantäne – Küchentipps von Timo Hinkelmann
Rock’n’Roll-Koch nutzt den Thermomix

Herford (WB). Zu den Begleitumständen der Corona-Krise zählt das Risiko, dicker rauszukommen als man reingeraten ist. Ausgehverbot und die Schließung seiner Quartier Lounge treffen auch Herfords Fernsehkoch Timo Hinkelmann hart, der seit seinem sportlichen Aufbruch vor einem Jahr auch schon wieder ein paar Kilo zugenommen hat.

Donnerstag, 09.04.2020, 11:00 Uhr aktualisiert: 09.04.2020, 11:10 Uhr

Zeit für den Sport

Höchste Zeit also, etwas Sport zu treiben und zu Hause gesund zu essen. Wer die Quarantänezeiten nutzen möchte, um endlich einmal kochen zu lernen, für den hat der Rock’n’Roll-Koch ein paar nützliche Tipps. Alles steht und fällt natürlich mit der richtigen Musik. Hinkelmann schiebt „Sympathy for the Devil“ von den Rolling Stones in den CD-Player: „Natürlich geht auch Klassik. Erlaubt ist alles, was im Koch gute Laune auslöst.“

Der Rest hängt von frischen Zutaten und dem richtigen Werkzeug ab. Timo Hinkelmann erledigt alle Schneidearbeiten mit einem einzigen Küchenmesser. Er nutzt ein hochwertiges Damast-Messer, doch jedes andere in der inzwischen üblichen Santoku-Form tue es auch: „Hauptsache, es liegt gut in der Hand.“ Hinkelmann wäscht es anschließend im Spülbecken ab, nicht in der Spülmaschine, und schleift es ab und zu nach.

Campingkocher gehört dazu

Zur Standardausrüstung gehöre auch der gute, alte Spar- und Gemüseschäler. Als Schneidebrett empfiehlt Hinkelmann Kunststoff mit Rille: „Auf keinen Fall Glas. Holz nutze ich nur für Brot, weil sonst die Fleisch- und Gemüsesäfte zu stark darin einziehen.“ Hinkelmann bereitet seine Menüs in beschichteten Pfannen zu, die er alle zwei oder drei Monate ersetzt: „Ich nehme die ganz günstigen für 20 bis 30 Euro. Man kann noch so vorsichtig damit umgehen, die Beschichtung ist irgendwann durch.“ Gusseisen und Kupfer seien möglich, aber nicht unbedingt etwas für Anfänger in der Küche.

Und worauf kocht Hinkelmann? Gas oder Induktion? „In der Quartier-Lounge bereite ich alles auf einem Camping-Gaskocher und in einem Pizzaofen zu. Die habe ich so von meinem Vorgänger übernommen.“ Ok, also der Campingkocher sei Kult, er diene auch der Inszenierung in einer echten Rock’n’Roll-Küche, doch Gas sei empfehlenswert, weil sich damit die Hitze gut und schnell regulieren lassen: „Das gelingt an einem Induktionsherd aber noch besser.“ Nur von den alten, hergebrachten Herdplatten hält Hinkelmann heute nicht mehr so viel: „Die heizen zu sehr nach.“

Ein Bratthermometer möge einsetzen, wer schon eines besitze: „Die Kerntemperatur von medium gebratenem Fleisch liegt bei 59 Grad Celsius.“ Wichtiger aber sei seiner Ansicht nach, das Fleisch etwas ruhen zu lassen, wenn es aus dem Ofen komme: „So bleibt es saftig.“

Gebratener Spagel

Um Zitronen, Limetten, Ingwer oder Cucuma schön fein zu reiben, setzt Hinkelmann eine Reibe von Microplane ein. Außerdem stehe ein Pürierstab immer griffbereit auf der Arbeitsplatte. Küchenmaschinen sparten vor allem Zeit bei der Zubereitung, darum sei dagegen nichts zu sagen. Und jetzt kommts. Hinkelmann arbeitet mit dem Thermomix! Hinkelmann: „Jeder Spitzenkoch, den ich kennengelernt habe, hat mindestens einen Thermomix in seiner Küche stehen.“ Hinkelmann koche nicht damit, doch würde zum Beispiel das Bärlauch-Pesto, sein Hausdipp, einfach fantastisch darin: „Tolle Konsistenz, herrliche Farbe.“

Zum Einstieg in den Quarantäne-Kochkurs empfiehlt Hinkelmann den Lesern gebratenen Spargel mit Roastbeef, Frankfurter Grüner Sauce und Butterkartöffelchen. Falls irgendetwas schief gehen sollte – die Quartier-Lounge hat einen Lieferservice, über den schon das ZDF berichtet hat und der an allen Ostertagen erreichbar ist.

 

Rezeptidee

 

Gebratener Spargel mit Roastbeef, Frankfurter Grüner Sauce und Butterkartöffelchen (4 Personen).

Zutaten:

Roastbeef: 500 g Spargel (grün und weiß), 1 EL Butter, 1 TL Zucker, 1 Schuss Weißwein, Salz, Pfeffer, 1 Estragonzweig, 500 g Roastbeef (pariert), Salz, Pfeffer, 1 EL Butterschmalz.

Frankfurter Sauce: 100 g Joghurt, 100 g Crème fraiche, 1 großer Strauß Frühlingskräuter, 1 hart gekochtes Ei, Salz, Pfeffer, Senf.

12 kleine Kartoffeln.

 

Zubereitung: Den weißen Spargel schälen und mit dem grünen Spargel schräg in drei Zentimeter lange Stücke schneiden. In einer Pfanne die Butter mit dem Zucker schmelzen und den Spargel darin anbraten. Mit Weißwein ablöschen und bissfest garen. Roastbeef kräftig würzen und im heißen Butterschmalz anbraten. Dann mit der Pfanne in den vorgeheizten Backofen (80 Grad) schieben und je nach Dicke 1 bis 1,5 Stunden garen. Joghurt und Crème fraiche mischen, gehackte Kräuter und gehacktes Ei untermischen, mit Salz, Pfeffer und Senf abschmecken. Kartoffeln mit Schale kochen, pellen und in der Pfanne in Butter Farbe nehmen lassen.

 

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