So meistert Familie Flohr aus Herford den ungewohnten Alltag
Kreativ durch die Krise

Herford (WB). Was tun mit so viel gemeinsamer Zeit? Für die meisten dürfte das behördlich verschriebene Aufeinanderhocken schon jetzt eine echte Belastungsprobe sein. Und niemand weiß, wann die Kontaktbeschränkungen gelockert werden.  Familie Flohr aus Herford macht das Beste aus dem ungewohnten Corona-Alltag.

Dienstag, 07.04.2020, 07:07 Uhr aktualisiert: 07.04.2020, 07:10 Uhr
Zum Glück ist das Wetter in diesen schwierigen Tagen zum mit der Zunge schnalzen: Familie Flohr mit Mama Sabine, Papa Robin sowie den beiden Kindern Johanna und Erik genießen die gemeinsame Zeit im Garten. Foto: Moritz Winde

Mama Sabine (38) und Papa Robin (39) müssen allerdings zugeben, dass – trotz der großen Liebe zu ihren Liebsten – ihre Nerven ab und an stark strapaziert werden. Kein Wunder: Müssen die beiden Kinder Erik (4) und Johanna (6) doch seit drei Wochen permanent betreut werden und nebenbei müssen die Eltern im Home-Office ihre Jobs erledigen.

So lange schon sind Kitas und Schulen bereits dicht. „Die Kleinen merken natürlich, dass etwas nicht stimmt. Sie vermissen vor allem den gewohnten täglichen Ablauf – und natürlich ihre Freunde“, sagt Robin Flohr, der als Quartiersmanager für die Stadt Minden arbeitet. Da fließt bei den Kids auch mal die ein oder andere Träne.

Videochat mit der besten Freundin

Wie erleben Sie die Krise?

eit Wochen hat die Corona-Pandemie auch die Menschen im Wittekindskreis total im Griff. Der Alltag ist von vielen Einschränkungen geprägt. Wo eben noch hektische Betriebsamkeit herrschte, ist jetzt absoluter Stillstand. Es gibt aber auch viele Hoffnungsschimmer: Menschen, die einander unterstützen, spontane Hilfe organisieren. Beschreiben Sie uns, wie Sie die Corona-Krise er- und durchleben. Was hat sich im Alltag verändert, was hilft Ihnen, wie klappt es mit der Kinderbetreuung? Schicken Sie uns Ihren kurzen Bericht und ein Foto von sich in einer typischen Alltagssituation an: herford@westfalen-blatt.de

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Gut, dass es internetfähige Handys und Tablets gibt – Stichwort Videochat: „Ich verabrede mich gerne mit Kethe“, sagt Johanna. Nichts würde die Sechsjährige lieber tun, als wieder mit ihrer besten Freundin zu spielen, doch in der Not tut es auch der digitale Kontakt. „Heute haben wir gemeinsam gemalt.“ Bruder Erik handhabt es pragmatisch. Der Vierjährige kommuniziert mit Kumpel Henrik über Grundstücke und Gartenzäune hinweg.

Um den Kindern trotz aller Einschränkungen halbwegs geregelte Strukturen zu geben, gibt es im Hause Flohr feste Standards. Morgens werden die Hühner gefüttert und der Stall gesäubert, anschließend wird gebastelt.

Da trifft es sich, dass Mama Sabine vom Fach ist. Sie unterrichtet Kunst und Sport am Anna-Siemsen-Berufskolleg. „Zwischendurch haben wir mal eine Popo-Kreis wie im Kindergarten ausprobiert“, sagt Sabine Flohr.

„Als Familie zusammengerückt“

Nachmittags geht’s wieder in den großen Garten, den die Familie spätestens seit der Corona-Krise noch einmal mehr zu schätzen weiß. Dort wird gebolzt, geschaukelt und Stockbrot gemacht – und die Kinder gehen den Eltern bei der Arbeit zur Hand.

Trotz aller Umstände, die Flohrs wissen, wie gut sie es haben: Es sei totaler Luxus, so viel Platz zu haben. So könne man sich auch mal aus dem Weg gehen, wenn’s wirklich brennt.

Ein Gutes hat die Quasi-Quarantäne, findet Robin Flohr: „Wir sind als Familie noch enger zusammengerückt.“

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