NWD-Musiker erfreuen Bewohner des Windhorst-Hauses – weitere Konzerte folgen Ein Ständchen vorm Altenheim

Herford (WB). Von der Wiese vor dem Heinrich-Windhorst-Haus aus ertönt „Te deum” von Marc-Antoine Charpentier, besser bekannt als das Eurovisionslied.

Von Daniela Dembert
Musiker der NWD spielen vor dem Heinrich-Windhorst-Haus für die Bewohner. „Kleine Gruppe, viel Abstand, kurzer Auftritt” lautet das Motto zur Sicherheit aller Beteiligten.
Musiker der NWD spielen vor dem Heinrich-Windhorst-Haus für die Bewohner. „Kleine Gruppe, viel Abstand, kurzer Auftritt” lautet das Motto zur Sicherheit aller Beteiligten. Foto: Daniela Dembert

Fünf Musiker der Nordwestdeutschen Philharmonie (NWD) haben sich dort in großem Abstand zueinander aufgestellt. Gemeinsam wollen die Posaunisten Klaus Huber und Manfred Dunst mit den Trompetern Andreas Adam, Anne Heinemann und Felix Hirn einen musikalischen Gruß an die Bewohner des Heimes senden, die derzeit keinen Besuch empfangen dürfen. An insgesamt drei Stellen rund um das Wohn- und Pflegezentrum positionieren sich die Blechbläser, damit möglichst viele der Bewohner, auch jene, die ihr Bett nicht verlassen können, in den Genuss der Musik kommen.

„Kleine Gruppe, kurzer Auftritt – das ist unser Motto, damit auch hier draußen keine Menschenaufläufe entstehen”, erzählt Manfred Dunst, der die Idee zu dieser Aktion hatte.

Auch der Choral „Wie schön leuchtet der Morgenstern” von Johann Sebastian Bach ist vielen der älteren Bewohner des Heimes bekannt, die sich an Fenstern und auf Balkonen des mehrstöckigen Gebäudes eingefunden haben, und wird mit Applaus bedacht.

Gruß an den Vater

In der kommenden Woche, so Manfred Dunst, habe das Quintett vor, an möglichst vielen weiteren Einrichtungen zu spielen, „weil es den Menschen gut tut”. Musik gehe einfach ins Herz und nehme die Menschen mit und bereite ihnen Freude.

Im Heinrich-Windhorst-Haus wohnt auch Manfred Dunsts Vater, den der Musiker derzeit nicht besuchen darf. Ihm, der sein Leben lang selbst musiziert hat, eine Freude zu machen, ist die Ursprungsidee zur Aktion gewesen.

Bei seinen ehemaligen Kollegen der NWD habe er offene Türen eingerannt, erzählt der Ruheständler. „Die brauchte ich nicht zu überreden. Ich habe das Gefühl, die haben nur auf eine Anfrage gewartet.”

Philharmonie steht still

Die Philharmonie steht momentan still. Geprobt wird nur einzeln zu Hause. „Der Intendant und die Buchhaltung sind die einzigen, die bei uns noch arbeiten”, erzählt Andreas Adam. Man habe also Zeit.

Am kommenden Montag oder Mittwoch soll es am Johannes-Haus weitergehen, dann am Elisabeth-Heim. Um den Bestimmungen des Infektionsschutzes nachzukommen, halten die Musiker große Abstände ein und spielen höchstens zu fünft.

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7359208?categorypath=%2F2%2F2158585%2F2158590%2F2198384%2F2198393%2F2514620%2F