Soziale Einrichtungen in Herford liefern Essen an Bedürftige und bitten um Spenden Die Nachfrage steigt

Herford (WB). Es werden immer mehr Mahlzeiten, die die Helfer des Herforder Mittagstisches , des Warenkorbs der Caritas, des Diakonischen Werkes und der Sozialberatung der Diakoniestiftung in Zusammenarbeit mit Marc Höhne vom Elsbach Restaurant zu bedürftigen Menschen bringen.

Von Lars Krückemeyer
Sie engagieren sich in der Corona-Krise für die Verpflegung von Bedürftigen in Herford, im Uhrzeigersinn von links: Adrian Möller, Bodo Ries, Dr. Ludger Dwertmann-Soth, Barbara Geisler-Harder, Bettina Schelke, Marc Höhne, Birgit Nolte-Kristen und Richard Knoke.
Sie engagieren sich in der Corona-Krise für die Verpflegung von Bedürftigen in Herford, im Uhrzeigersinn von links: Adrian Möller, Bodo Ries, Dr. Ludger Dwertmann-Soth, Barbara Geisler-Harder, Bettina Schelke, Marc Höhne, Birgit Nolte-Kristen und Richard Knoke. Foto: Lars Krückemeyer

„Beim Mittagstisch haben wir bis zu 60 Gäste. Jetzt, wo er geschlossen sein muss, sind wir bei mehr als 100 ausgelieferten Essen am Tag angekommen“, sagt Pfarrer Bodo Ries aus dem Vorstand des Mittagstisches, einer Initiative der Petrigemeinde. Weil die gestiegene Nachfrage naturgemäß mehr Kosten verursacht, bitten Ries und seine Mitstreiter aus den Organisationen die Öffentlichkeit um Spenden.

Marc Höhne, der wie berichtet ehrenamtlich den Speiseplan erstellt, Zutaten einkauft und die Mahlzeiten zubereitet, beziffert die Kosten von einer Portion Putengeschnetzeltes mit Beilagen auf 2,21 Euro. Das hört sich zunächst moderat an. Aber die Nachfrage am Bringdienst steigt und die Einnahmen des Herforder Mittagstisches gehen derzeit spürbar zurück. „Wir finanzieren uns ausschließlich durch Spenden. Diese gehen in der Corona-Krise leider spürbar zurück und wir müssen derzeit von Rücklagen leben, weil die laufenden Kosten bleiben“, schildert Bodo Ries die schwierige Situation. Zudem hatten auch die Caritas mit einer Spende und das Erzbistum Paderborn die Aktion mit finanziert, teilt der Mittagstisch mit.

Ergreifende Schicksale

An der Auslieferung beteiligen sich täglich bis zu 15 Mitarbeiter und Vorstandsmitglieder der beteiligten Einrichtungen – auch an freien Tagen. Was sie an manchen Haustüren der Bedürftigen erleben, bestärkt sie in ihrem Tun. „Wenn du diese Schicksale teilweise siehst, dann weißt du, dass du alles richtig machst“, berichtet Birgit Nolte-Kristen aus dem Mittagstisch-Vorstand von ihren Erfahrungen.

Nicht ersetzen könne der Lieferservice natürlich die fehlenden sozialen Kontakte, die es beim Mittagstisch in der Hermannstraße 16 gebe. „Zu uns kommen die Leute nicht nur wegen der Mahlzeiten, sondern auch wegen des Gemeinschaftsgefühls und der Geselligkeit. Den Menschen fehlt es jetzt zunehmend an Gesellschaft. Wir können aber in diesen Zeiten nicht lange vor Ort bleiben. Trotzdem merken die Bedürftigen, dass jemand an sie denkt. Das ist ein wichtiges Signal für sie in diesen Tagen“, ergänzt Birgit Nolte-Kristen.

Hohe Spendenbereitschaft

Die Gemeinschafts-Aktion ist derweil in der Öffentlichkeit nicht unbemerkt geblieben. Eine Bäckerei sei daran interessiert, Kuchen als Nachtisch beizusteuern, und ein Kunde aus Bünde habe bei Marc Höhne spontan 100 Euro für den guten Zweck gespendet. Geplant ist die Auslieferung zunächst bis zum 20. April. Die Organisatoren stellen indes klar: „Wir machen das, solange wir gebraucht werden.“

Wer den Mittagstisch finanziell unterstützen möchte, kann dies auf dessen Konto tun: Sparkasse Herford, IBAN: DE38 4945 0120 0100 0999 36.

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