JVA bringt Herforder Angeklagten trotz Grippesymptomen zum Landgericht Corona-Verdacht: Verhandlung geplatzt

Herford/Bielefeld (WB).Alle Verfahrensbeteiligten waren bereits anwesend: Doch weil der Angeklagte möglicherweise mit dem Coronavirus infiziert ist, hat das Landgericht Bielefeld die Verhandlung gegen einen 46 Jahre alten Herforder spontan abgesagt. Der Vorfall könnte ein Nachspiel haben, da durch die Absage nicht unerhebliche Kosten entstehen. Nur durch eine erst vor wenigen Tagen erlassene Sonderregelung droht das Verfahren nicht ganz zu platzen.

Von Bernd Bexte
Die Verhandlung vor dem Landgericht Bielefeld gegen einen 46-jährigen Herforder ist abgesagt worden.
Die Verhandlung vor dem Landgericht Bielefeld gegen einen 46-jährigen Herforder ist abgesagt worden. Foto: Thomas F. Starke

Medikamente dabei

Der Herforder ist wegen sexuellen Kindesmissbrauchs angeklagt. Zum vierten Verhandlungstag hatte ihn wie immer der Fahrdienst der JVA Brackwede aus der Untersuchungshaft zum Landgericht gefahren. Bei der üblichen Eingangsdurchsuchung stellten die Wachtmeister fest, dass der Mann Medikamente bei sich hatte. Er gab an, sie wegen eines akuten Hustens erhalten zu haben. „Die JVA hatte uns zuvor nicht über diesen Umstand informiert, andernfalls wäre der Termin abgesagt worden“, sagt Rechtsanwalt Christian Thüner aus Herford, der den Angeklagten vertritt.

Umzug in größten Saal

Als Vorsitzender Richter Carsten Glashörster davon erfahren habe, sei man zunächst in den größten Saal des Landgerichts umgezogen, um größtmögliche Distanz zwischen allen Beteiligten zu ermöglichen. So hätte der Angeklagte entfernt von den anderen Anwesenden in einer Ecke sitzen sollen. Das sei dann aber aus Sicherheitsgründen nicht praktikabel gewesen.

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