Corona-Krise: Herforder muss vorerst in Indonesien bleiben
Korallenretter sitzt fest

Herford (WB). Er versucht, die Korallenriffe der Philippinen und Südostasiens mit dem Verein „Save Nemo“ zu retten – und plötzlich sitzt Diemo Niemann aus Herford fest. Von jetzt auf gleich kommt es wegen der Corona-Krise zum Shutdown im Land.

Samstag, 21.03.2020, 12:00 Uhr
Eigentlich war der passionierte Taucher Diemo Niemann auf den Philippinen, um dort die Korallenriffe zu retten. Die Corona-Krise sorgt für Probleme bei der Rückreise.

„Als uns die Nachricht erreicht hat, waren wir gerade auf der kleinen Insel Bohol. Es gab keine Fährverbindungen mehr, die Flüge wurden gestrichen“, sagt der 46-Jährige, der mit seiner Partnerin Nicole Elbracht und drei weiteren Tauchern aus Frankreich und Indonesien seit vier Wochen auf den Philippinen ist. Das Team installiert dort spezielle Bojen an den Riffen, damit daran Boote festgemacht werden können. „Durch das ständige Werfen der Anker werden die Korallenriffe immer weiter zerstört“, erklärt der passionierte Taucher.

„Nacht-und-Nebel-Aktion“

Die Gruppe kommt in einer „Nacht-und-Nebel-Aktion“ zurück nach Cebu aufs Festland. „Das war unser Glück. Mit ganz kleinen Privatmaschinen und mit sechs Flug-Stopps sind wir nach Indonesien weitergereist. Es war jeweils der letzte Flieger, der noch an den Start ging“, erzählt Niemann. Auf Sulawesi angekommen, gab es aber Probleme bei der Einreise. Deutsche wurden dort wegen der Corona-Krise schon nicht mehr ins Land gelassen. „Wir hatten wieder viel Glück, konnten nachweisen, dass wir die letzten vier Wochen auf den Philippinen verbracht hatten“, so der Herforder. Durch den Verein „Save Nemo“ hat die Gruppe viele Kontakte in Indonesien. „Wir sind bei einer deutschen Tauchbasis untergekommen. Dort wohnen wir derzeit kostenlos in einem ganz kleinen Mitarbeiter-Apartment“, so Niemann.

 

Eigentlich sollte es bereits nach vier Wochen Arbeit auf den Philippinen zurück in die Heimat gehen. Die Reise wird nun aber wohl etwas länger werden. Die beiden Deutschen haben einen Flug für kommenden Mittwoch buchen können. „Wir wissen aber nicht, ob wir überhaupt fliegen können. Die Lage in Indonesien verschärft sich“, sagt Niemann. Die Zeit bis zur Abreise nutzt die Truppe. Sie ist an den indonesischen Korallenriffen unterwegs und versucht zusammen mit Tauchschulen und Bootsvermietern in besonders betroffenen Regionen feste Ankerpunkte mit einer Boje an den Riffen einzurichten. Korallenriffe sind die Heimat für viele Tiere – auch für den Clownfisch, dessen bekanntester Vertreter wohl aus dem Pixar-Film „Findet Nemo“ kommt. Er hat dem Verein seinen Namen gegeben.

300 Bojen installiert

Bei einem Tauchurlaub auf der Karibikinsel Curaçao vor sechs Jahren kam Niemann auf die Idee, wie Riffe mit geringem Aufwand geschützt werden könnten – die Geburtsstunde des Herforder Vereins „Save Nemo“. „In vier Jahren haben wir bereits 300 solcher Bojen installiert“, sagt Niemann. In Indonesien sei die Corona-Lage deutlich entspannter als auf den Philippinen. Allerdings gebe es dort eine recht hohe Dunkelziffer bei den Infizierten. Niemann und sein Team haben sich mit Grundnahrungsmitteln eingedeckt, so dass sie sich autark versorgen können. „Ich fühle mich hier deutlich sicherer. Das liegt aber auch daran, dass ich schon etwa 20 Mal in Indonesien war“, erklärt der Herforder und fügt hinzu: „Hier gibt es auch ausreichend Toilettenpapier zu kaufen.“

 

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