Gespräch mit Immobilieneigentümer angekündigt – Edeka reagiert auf Kritik E-Center: Stadt hofft auf Nachfolger

Herford (WB). Die für Ende November angekündigte Schließung des E-Centers an der Ernstmeierstraße lässt die Stadt aktiv werden: „Wir werden mit dem Eigentümer der Immobilie, einem Immobilienfonds, sprechen“, kündigt Wirtschaftsförderer Dieter Wulfmeyer an. Man wolle erfahren, welche Pläne der Fonds mit dem Standort habe.

Von Bernd Bexte
Das E-Center an der Ernstmeierstraße schließt am 28. November. 87 Mitarbeiter sind betroffen.
Das E-Center an der Ernstmeierstraße schließt am 28. November. 87 Mitarbeiter sind betroffen. Foto: Moritz Winde

Wie berichtet, hatte es bereits Gespräche über einen möglichen Abriss und Neubau an dieser Stelle gegeben. Mieter Edeka hatte dann vor einer Woche bekannt gegeben, den langjährigen Standort aus wirtschaftlichen Gründen aufzugeben . 87 Beschäftigte verlieren ihren Job. Sie könnten sich innerhalb des Unternehmensverbundes auf freie Stellen bewerben, hatte das Unternehmen erklärt.

Auf der Edeka-Internetseite waren gestern 16 freie Stellen im Umkreis von zehn Kilometern von Herford aufgeführt. Wulfmeyer ist zuversichtlich, dass das Areal als Standort für einen Nahversorger erhalten bleibt. „Das ist ja eine seit Jahrzehnten etablierte Adresse.“ Die drängendste Frage sei, in welchem zeitlichen Rahmen ein Um- oder Neubau vonstatten gehen und ein neuer Nutzer gefunden werden könne. Edeka hatte erklärt, dass der Markt (Verkaufsfläche 3800 Quadratmeter) trotz zahlreicher Bemühungen und Investitionen in den vergangenen Jahren nicht mehr rentabel gewesen sei. Auch die Dauerbaustelle auf der Salzufler Straße habe einen Anteil daran.

„Für den Bezirk eine Katastrophe“

„Für die Nahversorgung des Bezirks ist die Schließung eine Katastrophe“, sagt Manfred Mohning, Vorsitzender des SPD-Ortsvereins Friedenstal/Stiftberg. Das angekündigte Aus habe auch bei vielen Anwohnern für Unverständnis gesorgt. Die Edeka-Aussage, dass Investitionen zur Verbesserung der Attraktivität des Marktes vorgenommen worden seien, könne er als langjähriger Kunde nicht bestätigen, erklärt Mohning.

Im Gespräch mit dieser Zeitung weist Edeka-Geschäftsbereichsleiter Dr. Frank Thiedig die Vorwürfe zurück. „Hier wurde investiert, wenn auch nicht so offenkundig sichtbar wie etwa an der Goeben-straße.“ Vor allem durch „aggressivere Preise“ als an anderen Standorten und Marketingaktionen habe man versucht, mehr Umsatz zu generieren. „Es gab aber auch bauliche Maßnahmen, etwa neue Bedientheken.“ Thiedig betont: „Dass es hier leider nicht mehr funktioniert hat, müssen wir uns selbst zuschreiben. Die Baustelle war nur der letzte Tropfen.“

SPD-Mann Mohning sieht die Entwicklung an der Salzufler Straße allgemein mit Sorge: Dass wegen der Sparkassen-Schließung bald kein Geldautomat mehr vorhanden sei, „wird für viele Menschen im Quartier ein Problem“.

Kommentare

Dem Umweltschutz zur Liebe muss der gesamte Herforder Osten bald große Umwege fahren. Kein Supermarkt und keine Sparkasse mehr in dem Herforder Stadtteil. Danke Herfords Bürgermeister für die Baustelle Salzuflerstraße. Hat viele Arbeitsplätze gekostet.

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