Ingolf Lück mit seinem Soloprogramm „Sehr erfreut“ im Herforder Stadttheater
Große Gesten – kleine Themen

Herford (WB). Wie man mit großen Gesten kleine Inhalte auf die Bühne hievt, hat der Schauspieler und Comedian Ingolf Lück (61) am Donnerstagabend im Herforder Stadttheater gezeigt.

Freitag, 06.03.2020, 13:52 Uhr aktualisiert: 06.03.2020, 14:12 Uhr
Ingolf Lück auf der Bühne des Herforder Stadttheaters: Mit schauspielerischer Gewandtheit und großen Gesten peppte er einen mäßigen Kabarett-Inhalt auf.

Dass er zu Beginn der Vorstellung jedoch ein derzeit weltumspannendes Thema aufgriff, lag am Herforder Spielplan. Denn dort las Lück mit Erstaunen von einem Tanztheater namens „Corona-Entladung“, einem faszinierenden Stück, in dem die Körper der Tänzer im surrealen Licht zu leuchten beginnen. Diese fatale Duplizität der Namen, die natürlich nicht vorhersehbar war, konnte Ingolf Lück nicht unkommentiert lassen.

Selfies auf dem Klo

„Sehr erfreut“ heißt sein Soloprogramm, mit dem er zur Zeit auf Tournee geht. Sein schauspielerisches Talent ist groß, der Inhalt seines Programms jedoch verläuft überwiegend im Kleinen und Privaten und oft auch Unnötigen; mal witzig aufgespürt, mal aber auch die Grenze des guten Geschmacks überschreitend.

Von Selfies auf dem Klo und Schweißtropfen im Döner will man eigentlich nichts hören. Gern erzählt der in Bielefeld geborene Lück („Die Bielefelder sind simpel, aber nicht einfach“) von seiner Kindheit und der Schulzeit mit Abi am Ratsgymnasium. „Als Kind konnte ich gar nichts, bin sogar zweimal durch die Fahrradprüfung gefallen. Seitdem fahre ich illegal.“

„Siehste“, sagte sein Vater, als er durch Theater und Shows bei den Privatsendern bekannt wurde, „jetzt machst du dein fehlendes Talent noch zum Beruf.“ 2016 wurde er sogar mit dem Verdienstorden des Landes NRW geehrt.

Hyper-Hypochonder

Ingolf Lück nennt sich in kabarettistischer Überspitzung Hyper-Hypochonder, jemand, der Angst davor hat, ein Hypochonder zu sein. Er erträgt nicht, dass seine 18-jährige Tochter erwachsen wird und sich an diesen verwahrlosten Veith bindet. Er hasst Spieleabende, kokettiert mit seinem Alter und ist stolz darauf, als ältester Teilnehmer neulich den die RTL-Show „Let`s dance“ gewonnen zu haben.

Und er weiß, warum Frauen länger leben als ihre Männer: „Weil sie am Ende auch mal ein paar schöne Jahre haben wollen.“

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