Agentur beschäftigt sich mit Herforder Kulturkommunikation
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Herford (WB). Der Kommunikationsexperte Andreas Knepper hat nach eigenen Angaben vieles aus seinem Studium vergessen – an eines jedoch erinnert er sich bis heute genau: An das Schild, wenn er aus Bielefeld mit dem Zug nach Paderborn gefahren sei: „Willkommen in der Universitätsstadt Paderborn.”

Donnerstag, 05.03.2020, 09:00 Uhr
Arbeitstitel „Kulturstadt Herford”: Der Kommunikationsexperte Andreas Knepper schlägt vor, die Herforder Kultur unter einem Label zusammenzufassen. Es gebe wenige Städte dieser Größenordnung mit einem vergleichbaren Kulturangebot.

Eine ähnliche Marke regt er auch für die Stadt Herford an – allerdings mit der Schwerpunktsetzung Kultur. Andreas Knepper, tätig für die Paderborner Agentur TMC, hat sich mit der Kultur-Kommunikation in Herford beschäftigt und im Kulturbeirat seine Ergebnisse vorgestellt. Viele Gespräche waren der Analyse vorausgegangen.

Großes Angebot

Es geht darum, die Kommunikation der Kultur und ihrer Angebote auf den Prüfstand zu stellen. Laut Andreas Kornacki, Geschäftsführer Kultur gGmbH, galt dies erst einmal für die städtischen Einrichtungen. Schließlich könne er Vereinen oder Privatpersonen nichts vorschreiben. Gleichwohl spielen alle kulturellen Angebote in der Untersuchung eine Rolle. Dabei gehen die Experten davon aus, dass 40 Prozent der Bürger ein mehr oder weniger großes Interesse an Kultur haben – im Kreis Herford als Einzugsgebiet etwa 88.000.

Den Interessierten begegnet in Herford ein Kulturangebot, von dem Knepper sagt: „Es gibt von der Größenordnung her wenig vergleichbare Städte in Deutschland, die ein solches Angebot haben.“ Herford sei ein Hotspot für Kultur.

Eine Aussage, mit der er bei Jürgen Bollmann (SPD) offene Türen einrannte: „Das stimmt. Wir müssen den Bürgern nur klarmachen, dass Herford eine Kulturstadt ist.“

Wo die Menschen abholen?

Daher die Bedeutung der Kommunikation: Eine Frage sei, wo man die Menschen abholen könne, sagt Kornacki. Andreas Knepper nannte hier einige Rahmenbedingungen. So nehme der Anteil der Kultur in den Printmedien ab, das Internet werde immer bedeutsamer. Allerdings zähle gerade die kulturaffine ältere Zielgruppe nicht zu den größten Netznutzern. Als Wunsch aus vielen Gesprächen erkannte der Experte, die Kultursprache müsse einfacher sein – frei von Barrieren.

Er schlug als eine mögliche Maßnahme Workshops für Pressearbeit vor. Sollte daraus etwas werden, richten diese sich nicht nur an Vertreter der städtischen Einrichtungen, betont Kornacki.

Laut Knepper ist wichtig, dass sich alle Beteiligten einem gemeinsamen Herforder Kultur-Label zugehörig fühlen. Für Kornacki eine der Voraussetzungen für weitere Schritte: intern, wenn es darum geht, sich untereinander abzustimmen – extern mit dem Ziel einer Art Kulturplattform.

Kommentar

Es ist immer gut, eingefahrene Wege auf den Prüfstand zu stellen. Eine mögliche Frage, die sich auch der Herforder Kultur-Geschäftsführer Andreas Kornacki stellt: Erreicht man mit dem Theaterheft in seiner jetzigen Form noch alle in Frage kommenden Zielgruppen? Oder bedarf es neuer oder weiterer Kanäle? Das Theater steht hier stellvertretend für andere Anbieter von Kulturleistungen – gerade in Zeiten, in denen das Internet immer wichtiger wird.

Zwei aus der Untersuchung resultierende Wünsche – die interne Abstimmung von Terminen und die Zusammenfassung der Angebote unter einem Kulturlabel – sind nicht neu. Bisher war das Miteinander unter den Herforder Kulturschaffenden aber nicht sehr ausgeprägt. Hartmut Horstmann

 

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