Pöppelmann-Haus in Herford: Eingang, Obergeschoss und Garten werden umgebaut
Stadtmuseum erhält neues Gesicht

Herford (WB). Unten hui, oben pfui: Das Erdgeschoss des Daniel-Pöppelmann-Hauses sieht tipptop aus, auf der ersten Etage aber herrschen Rohbauzustände. Doch das ändert sich bald, Herfords Stadtmuseum wird für eine Million Euro ausgebaut. Insgesamt soll mehr Aufenthaltsqualität geschaffen werden.

Donnerstag, 05.03.2020, 07:07 Uhr aktualisiert: 05.03.2020, 08:30 Uhr
Hier gibt es noch jede Menge zu tun: Putz bröckelt von der Decke, Kabel hängen aus der Wand, Rohre kommen aus dem Boden – das Obergeschoss der Schönfeldschen Villa wird Teil der Dauerausstellung. Foto: Moritz Winde

„Ideen haben wir genug, aber deren Umsetzung scheitert am fehlenden Geld“, bedauert Sonja Langkafel, die seit vielen Jahren die Geschicke des städtischen Museums leitet – oft als Einzelkämpferin. Doch die Zeiten des Sparens sind seit Mittwochmorgen erst einmal vorbei: NRW-Heimatministerin Ina Scharrenbach kam zur Verkündung der frohen Botschaft persönlich nach Herford.

Der Eingang des Pöppelmann-Hauses soll weiter nach vorne gezogen werden. Das jetzige Portal wird von vielen übersehen. Im Herbst könnte mit dem Umbau begonnen werden.

Der Eingang des Pöppelmann-Hauses soll weiter nach vorne gezogen werden. Das jetzige Portal wird von vielen übersehen. Im Herbst könnte mit dem Umbau begonnen werden. Foto: Moritz Winde

Die CDU-Politikerin aus dem Laschet-Kabinett überbrachte nicht nur beste Grüße aus Düsseldorf, sondern hatte – und das ist für die Hansestadt natürlich viel wichtiger – den Förderbescheid im Gepäck. „Wir freuen uns immer über den Besuch einer Ministerin – wenn sie dann noch einen Scheck mitbringt, umso mehr“, bemerkte Bürgermeister Tim Kähler.

Das Museum gehört zum Pöppelmann-Haus, das aus zwei Teilen besteht: In der alten Villa Schönfeld geht es um die Stadtgeschichte, im später hinzugekommenen Oesterlen-Bau werden Sonderausstellungen gezeigt. Das Land unterstützt die Sanierung mit 900.000 Euro, den Rest steuert die Stadt hinzu.

Umbaustart im Herbst?

CDU und FDP hatten sich für die Kultureinrichtung am Wall stark gemacht und finanzielle Hilfe beantragt. Das Museum sei Heimat der Stadtgeschichte und der Menschen, sagte Ina Scharrenbach. Damit meinte die 43-Jährige nicht nur die Herforder, sondern auch die hier lebenden Flüchtlinge. Den Museums-Machern ist es ein Anliegen, Asylbewerber ins Haus zu holen und für die Historie der Stadt zu begeistern. Es gibt regelmäßig Projekte mit Migranten.

Blick auf die Villa Schönfeld, in der es um die Präsentation der Stadtgeschichte geht: Am hinter dem Haus gelegenen Garten soll ein zusätzlicher Eingang entstehen.

Blick auf die Villa Schönfeld, in der es um die Präsentation der Stadtgeschichte geht: Am hinter dem Haus gelegenen Garten soll ein zusätzlicher Eingang entstehen. Foto: Moritz Winde

Wenn alles reibungslos läuft, könnte der Umbau im Herbst starten. Grobe Konzepte lägen bereits in der Schublade, jetzt gehe es an die Details, sagte Andreas Kornacki, Chef der Kultur gGmbH.

Konkret bedeutet dies: Das Obergeschoss der Schönfeldschen Villa wird zur Museumsfläche, das Hauptportal zu einem ordentlichen Entrée umgebaut. Außerdem wird der Garten einbezogen. Dort entsteht ein zusätzlicher Eingang, Besucher können demnächst bei einer Tasse Kaffee am Stadtgraben die Seele baumeln lassen. Toiletten und Garderoben werden auf Vordermann gebracht.

Andreas Kornacki will zudem enger mit dem im Oesterlen-Bau beheimateten Kunstverein zusammenarbeiten. Klar ist aber, dass die Million nur für die Umbauarbeiten reicht – und nicht für neue Ausstellungs-Inhalte.

Kommentar von Moritz Winde

Es wird höchste Zeit, das Pöppelmann-Haus aufzuhübschen. Der Eingang hat den Charakter eines Hinterhofs, wird von vielen übersehen. Der Garten muss dringend aus dem Dornröschenschlaf wachgeküsst werden. Beides wurde bislang vernachlässigt – aus Geldmangel.

Dabei steckt in dem Ensemble am Wall so viel Potential. Gut, dass die Macher dies erkannt haben. Mit dem Geld aus Düsseldorf kann dem Museum neue Strahlkraft verliehen werden. 5000 Besucher pro Jahr sind ausbaufähig.

NRW-Heimatministerin Ina Scharrenbach am Pöppelmann-Haus: Die 43-Jährige überreicht den Herfordern den Förderbescheid.

NRW-Heimatministerin Ina Scharrenbach am Pöppelmann-Haus: Die 43-Jährige überreicht den Herfordern den Förderbescheid. Foto: Moritz Winde

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