„Mein Vater und seine Schatten“: Stück soll auch in Herford gezeigt werden
Autor sieht sich selbst auf der Bühne

Herford (WB). Mit großem Erfolg, begleitet von vielen positiven Rezensionen, ist das Stück „Mein Vater und seine Schatten“ in Münster uraufgeführt worden. Geschrieben hat es der in Herford aufgewachsene Autor Martin Heckmanns.

Mittwoch, 04.03.2020, 10:30 Uhr aktualisiert: 04.03.2020, 10:46 Uhr
Theaterautor Martin Heckmanns im Atelier seines Vaters: Die Inszenierung seines Stückes in Münster ist ihm sehr nahegegangen. Foto: Hartmut Horstmann

Hauptfigur des Stückes, das viele biographische Bezüge aufweist, ist ein Künstler namens Michael – die Parallelen zu dem verstorbenen Herforder Künstler Jürgen Heckmanns sind offenkundig.

„Tolles Bühnenbild”

Zu denen, die bei der Premiere dabei waren, zählt Andreas Kornacki, Geschäftsführer der Kultur gGmbH. Der Theaterexperte war von dem Stück und der Inszenierung derart begeistert, dass er es auch nach Herford holen will. Mit dem Regisseur Frank Behnke habe er darüber auch schon gesprochen.

Kornacki hofft, dass sich die Aufführung „mit dem tollen Bühnenbild“ auch in Herford realisieren lässt. Gemeinsam mit der Stadttheaterleitung müsse man dann einen Termin finden. Weitere Gespräche sollen folgen.

Zwei Dinge sprechen laut Kornacki dafür, das Stück nach Herford zu holen: zum einen die Qualität der Produktion, zum anderen der biographische Ansatz. In dem Stück geht es um einen von Demenz gezeichneten Vater und seine Biographie, die verwoben wird mit der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland. Eine Geschichte, die mit der Bombardierung im Krieg beginnt.

Viele Premieren seiner Stücke hat Martin Heckmanns schon gesehen. Münster jedoch stellt eine Besonderheit dar, weil er als Zuschauer sich selbst als Sohn Martin (Jonas Riemer) auf der Bühne sieht. Und offenbar fühlt sich der Autor von dem Schauspieler in einem positiven Sinne getroffen: „Das war schon verblüffend gut.“

Weiteres Projekt in Planung

Ähnlich äußert er sich über die Darstellung des Vaters, der in dem Stück Michael heißt. Hubertus Hartmann habe ihn mit großer Nähe und Empathie gespielt, das sei ihm sehr nahegegangen, sagt Martin Heckmanns.

Schon beim Probenbesuch habe er eine große Intensität der Auseinandersetzung bemerkt. Sowohl der Regisseur als auch der Autor sind von der Zusammenarbeit und dem Ergebnis so angetan, dass ein weiteres Projekt in Planung ist.

Sollte „Mein Vater und seine Schatten“ in Herford gezeigt werden, ist es für Heckmanns schon „etwas sehr, sehr Besonderes: Es ist der Ort, an dem alles begann, an dem mein erstes Stück aufgeführt wurde.“ Mit seinen Eltern sei er oft im Theater gewesen, ein großes Kunstobjekt seines Vaters sei dort ausgestellt worden.

Und dann die Familie im Publikum und auf der Bühne, falls das Stück nach Herford kommt – soviel Nähe ist selten im Theater.

Wer das 90-Minuten-Stück am Schauspiel Münster sehen will, hat dazu an folgenden Tagen Gelegenheit: 12, 13., 20. März, 3., 30. April, 4. und 27. Juni.

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