Prozess um mutmaßliche Gruppenvergewaltigung in Herford gerät ins Stocken Gericht lässt nach Zeugin fahnden

Herford (WB/mor). Eigentlich sollte der Prozess um eine mutmaßliche Gruppenvergewaltigung gegen vier Flüchtlinge am Montag vor dem Jugendschöffengericht verhandelt werden. Doch nicht nur zwei der vier Angeklagten blieben fern, auch das mutmaßliche Opfer tauchte nicht auf. Nach der jungen Frau wird nun gefahndet.

Wann der Prozess am Amtsgericht Herford fortgesetzt werden kann, ist offen.
Wann der Prozess am Amtsgericht Herford fortgesetzt werden kann, ist offen. Foto: Moritz Winde

Die inzwischen 20-Jährige, die offenbar spurlos verschwunden ist, sollte am Montag von der Polizei vorgeführt werden. Die Beamten in Gera – dort ist sie inzwischen gemeldet – standen fünf Mal vor ihrer Tür. Doch die Hauptbelastungszeugin war weder nachts noch tagsüber zu Hause. Dabei müsste sie doch das größte Interesse haben, dass der Fall juristisch aufgearbeitet wird.

Sie hatte den Stein mit ihrer Anzeige ins Rollen gebracht, hatte behauptet, in der Nacht des 15. Oktober 2016 in einem Wohnhaus der katholischen Kirche von den jungen Männern aus Afghanistan, Pakistan und Aserbaidschan zum Sex gezwungen worden zu sein.

Christian Thüner verteidigt einen der Angeklagten: „Ich gehe hier nicht ohne ein Urteil – und damit meine ich Freispruch – heraus. Dafür braucht es eine Verhandlung. Die ist aber ohne die Aussage der Anzeigeerstatterin nicht möglich. Die schlimmen Vorwürfe kleben seit dreieinhalb Jahren an meinem Mandanten.“

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7307710?categorypath=%2F2%2F2158585%2F2158590%2F2198384%2F2198393%2F2514620%2F