Bugatti-Umsatz gesunken – Herforder verzichten auf Echtpelz und Daunen
Weniger Nachfrage nach Jacken

Herford (WB). Auch der Herforder Bekleidungshersteller ist im vergangenen Jahr von der Branchenkrise getroffen worden. Nach Angaben des geschäftsführenden Gesellschafters Wolfgang Brinkmann sank der Umsatz 2019 um 3,9 Prozent auf 212 (Vorjahr: 220,5) Millionen Euro. Dies ist der zweite Rückgang in Folge. Schon 2018 musste das Familienunternehmen ein leichtes Minus von 2,5 Prozent hinnehmen.

Dienstag, 03.03.2020, 02:48 Uhr aktualisiert: 03.03.2020, 05:01 Uhr
Outdoor-Jacken und Mäntel sind ein wichtiges Geschäftsfeld für den Herforder Bekleidungshersteller Bugatti. Das Foto zeigt den geschäftsführenden Gesellschafter Klaus Brinkmann (links) und seinen Sohn Julius Brinkmann. Foto: Oliver Schwabe

Negativ entwickelte sich vor allem das für Bugatti wichtige Geschäft mit Outdoor-Mänteln und Jacken. Dagegen hätten sich die anderen Bereiche einschließlich der Damenmode positiv entwickelt. Auch der Verkauf in den eigenen Geschäften, mit dem das Unternehmen inzwischen 16 Prozent seines Umsatzes erwirtschaftet, habe sich positiv entwickelt.

Neue Geschäfte

Von den 39 eigenen Bugatti-Geschäften befinden sich 25 im Ausland. In Deutschland, wo die Herforder ihre Läden ausschließlich in den Tourismuszentren an der Nord- und Ostseeküste platziert haben, sind im vergangenen Jahr zu den bisherigen neun noch fünf Geschäfte hinzugekommen. Im Ausland wurden drei neu eröffnet, zwei in Russland und eines in der Ukraine. 2020 sollen drei weitere in Russland hinzu kommen.

Der Exportanteil ging Brinkmann zufolge nur leicht von 44 auf 43 Prozent zurück. Hauptimportländer sind weiterhin Italien, Österreich, Russland, Frankreich, Irland und die Benelux-Staaten.

Der Umsatzrückgang hat auch Folgen für die Belegschaft. Die Zahl der Mitarbeiter ging 2019 von 998 auf 961 zurück. Am Stammsitz in Herford zählt Bugatti 353 Beschäftigte – nach 384 im Vorjahr.

Für das neue Geschäftsjahr ist Brinkmann optimistisch. In den vergangenen zwei Jahren habe die Unternehmensgruppe, zu der neben Bugatti, Eduard Dressler und Wilvorst auch die im Reitsporthandel bekannten Marken Pikeur und Eskadron zählen, 16,6 Millionen Euro investiert. Das werde sich 2020 positiv auswirken. Zudem geht Brinkmann von einem größere Onlineanteil aus.

Nachhaltige Produktion

Aktuell reagiert Bugatti auf Forderungen aus der Gesellschaft nach einer nachhaltigen Produktion. So wird die Marke schon ab diesem Herbst vollständig auf die Verwendung von Echtpelz und echten Daunen verzichten.

Die Tochterfirma Wilvorst, die sich auf Kleidung für festliche Angelegenheiten spezialisierte, entwickelte den nachhaltigen Hochzeitsanzug „Green Wedding“. Er wird überwiegend im niedersächsischen Northeim und ansonsten ausschließlich in Europa hergestellt. Das verkürzt die Transportwege. Außerdem verwendet Wilvorst für den Hochzeitsanzug keine AZO-Farbstoffe mehr, die im Verdacht stehen, Krebs zu fördern. Nicht zuletzt wurden Bügel und Etiketten kompostierbar gemacht.

Ein weiteres Projekt startete bei einem Zulieferer in Bosnien. Bugatti kooperiert mit der Stiftung Hess Natur, damit die dortige Produktion künftig die Anforderungen des Sozialstandards BSCI erfüllen kann.

Reitkleidung

2019 ist auch für Bugatti-Tochterfirmen Pikeur und Eskadron ein schwieriges Jahr gewesen. Besonders Pikeur, das vor allem Reithosen und -sakkos produziert, litt unter den Folgen des Brexit auf dem für die Firmen wichtigen britischen Markt. Eskadron fertigt textiles Reitzubehör.

Zwei Dinge sollen das Geschäft in 2020 erleichtern. Am Firmensitz in Werther ging das neue Logistikzentrum in Betrieb, in das die Unternehmensgruppe 2018/19 elf Millionen Euro investiert hat. Künftig können von hier im Durchschnitt täglich 1200 Pakete in 65 Länder verschickt werden. Der Produktionsstandort im niedersächsischen Uchte wurde dagegen 2019 geschlossen.

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