Quelle für die Verunreinigung der Aa ist weiter unbekannt – mit Video
Auch Taucher lösen Öl-Rätsel nicht

Herford (WB). Die Ölverschmutzung der Aa bleibt ein Mysterium. Auch Taucher der Feuerwehr Lemgo sind am Donnerstag nicht fündig geworden. Derweil tritt am Ufer zur Bielefelder Straße hin weiter Öl aus.

Donnerstag, 27.02.2020, 20:00 Uhr

„Das ist wie die Suche nach der Nadel im Heuhaufen“, sagt Frank Hoppe. Als hätte er eine Ahnung, was auf ihn und sein Team zukommt, dämpft er gleich zu Beginn die Hoffnungen auf einen raschen Erfolg. Hoppe ist Taucheinsatzführer bei der Feuerwehr Lemgo. Sie ist eine der wenigen in der Region, die Spezialisten für Einsätze unter Wasser bereit hält. Zwei von ihnen gehen am gestrigen Donnerstag im Auftrag des Kreisumweltamtes in der Aa, nahe der Brücke am Leutesdorf-Ufer, ins Wasser. Hoppe dirigiert sie vom Ufer aus. Der Kontakt zu den angeleinten Tauchern ist über das Tauchertelefon möglich: In der Maske des Froschmannes sitzt ein Mikro, das seine Stimme in einen Lautsprecher am Ufer überträgt.

Volker Noack, Mitglied der freiwilligen Feuerwehr Lemgo, steigt als Erster um kurz nach 13 in die mittlerweile deutlich niedrigere Aa. „Bereits am Dienstag waren die Wehre geöffnet worden, das hat den Pegel gesenkt“, erläutert Feuerwehrsprecher Christoph Büker. Wegen der zuvor starken Strömung war der Tauchereinsatz am Mittwoch noch abgesagt worden.

Regenwasserkanal durchgespült

Fast eine dreiviertel Stunde arbeitet sich Noack an einem gut 30 Meter langen Uferabschnitt durchs das etwa 8 Grad kalte Wasser. „In dieser trüben Brühe sehe ich nur fünf bis zehn Zentimeter weit“, erzählt er nach seinem Einsatz. „Im Prinzip kann er sich nur vorwärts tasten“, ergänzt Hoppe. Nach gut 20 Minuten wird Noack fündig. „Hier ist was“, tönt es aus dem Lautsprecher am Ufer. Doch die Hoffnung stirbt schnell. „Das ist nur ein Fahrrad.“ Später holt er auch noch einen Auspufftopf aus dem bis zu zwei Meter tiefen Flusslauf. Aber auch das Autoteil ist nicht die Quelle der Verschmutzung.

Hoppe hat eine neue Idee. „Die Feuerwehr soll mal den Regenwasserkanal durchspülen, der hier einmündet.“ Wenn dann mehr Öl auftrete, könnte die Quelle gefunden sein. Also legen die Feuerwehrmänner eine B-Leitung zu einem Gullyschacht an der Uferkrone zur Bielefelder Straße und pumpen 2000 Liter aus dem Tank des bereitgestellten Löschfahrzeugs in den Schacht. Nein, danach sind keine größeren Veränderungen auf der Aa zu bemerken. Ein zweiter Taucher steigt in die Fluten und sucht 50 Meter flussaufwärts – ohne Erfolg.

Keine toten Fische gefunden

„Das Problem ist, dass wir zwar ziemlich genau eingrenzen können, wo das Öl in Klümpchen an die Oberfläche tritt, aber durch die Strömungsverwirbelung kann die Quelle ganz woanders sein“, sagt Hoppe. Wie hoch der ökologische Schaden durch das mindestens seit Montag auftretende Öl ist, kann der Kreis nicht sagen. „Tote Fische oder andere Tiere haben wir noch nicht gefunden“, sagt Sprecherin Petra Scholz. Die Quelle scheint jedoch nicht zu versiegen. Am Donnerstag schwimmt mindestens genau so viel Öl auf der Aa wie an den Vortagen. Auch nachdem der Regenkanal am Nachmittag mit einem Abdichtkissen verschlossen wird, taucht weiter Öl auf. Auf der Brücke war sogar ein leichter Ölgeruch zu vernehmen. Die Arbeiten würden möglicherweise heute fortgesetzt, teilt der Kreis am Nachmittag mit.

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