Hohe Fehlwurf-Quote bei der Wertstofftonne in Bielefeld stimmt Politik nachdenklich
Bleibt der Gelbe Sack?

Herford (WB). Wertstofftonne oder doch Gelber Sack? Die Stadt Herford muss in den kommenden zwei Jahren diese Grundsatzentscheidung treffen. Nach einem Gespräch, das einige Ratsmitglieder mit dem Leiter der Abfallentsorgung des Umweltbetriebs der Stadt Bielefeld, Bernd Nagel, geführt haben, schlägt das Pendel jetzt wieder in Richtung Gelber Sack.

Mittwoch, 05.02.2020, 10:44 Uhr aktualisiert: 05.02.2020, 10:48 Uhr
Mindestens bis Ende 2021 gibt es in Herford die Gelben Säcke. Foto: Daniel Karmann/dpa

„In Bielefeld gibt es mit der Wertstofftonne jedenfalls erhebliche Probleme“, stellt Udo Freyberg (SPD) fest. Seit einigen Jahren gibt es dort die Wertstofftonne, in der Kunststoff-, Metall- und Verbundverpackungen gesammelt werden. Doch obwohl der Umweltbetrieb regelmäßig darüber aufklärt, was in die Tonne darf und was nicht, gibt es jede Menge Fehlwürfe. Etwa 40 Prozent dessen, was in der Wertstofftonne landet, darf dort eigentlich nicht hinein. Und das führt zu Problemen bei der weiteren Entsorgung.

Höhere Verwertungsquote

„Die Zahlen haben schon nachdenklich gestimmt“, bestätigt SWK-Geschäftsführer Wolfgang Rullkötter. Im Prinzip sei die Wertstofftonne ökologisch besser. Denn alte Joghurt-Becher oder Shampoo-Flaschen werden gepresst und zu Granulat geschreddert. Daraus können später dann wieder Pflanztöpfe oder Spielzeuge gemacht werden. Die Verwertungsquote ist also deutlich höher. „Das fordert im Übrigen auch das geltende Verpackungsgesetz“, hatte Herbert Even (Die Grünen) bereits im vergangenen Jahr erklärt.

Doch ist es ökologisch sinnvoll, wenn zunächst der Inhalt einer Wertstofftonne zur Sortieranlage nach Porta Westfalica transportiert wird, um anschließend größere Mengen, die nicht verwertet werden können, in die Müllverbrennungsanlage nach Bielefeld zu fahren? Die Zweifel in Herford sind nach dem Erfahrungsbericht des Bielefelder Umweltbetriebs jedenfalls gestiegen.

Ganze Waschbecken in der Tonne

Ein Vorteil des Gelben Sacks nennt SWK-Geschäftsführer Wolfgang Rullkötter: „Wir können heute erkennen, wenn in einem Sack Stoffe sind, die da nicht hineingehören.“ Das sei bei Wertstofftonnen nicht mehr möglich. „Der Arbeitsschutz verbietet einen Blick in die Tonne“, sagt Rullkötter. Mit anderen Worten, alles, was in der Tonne ist, landet anschließend im Müllwagen.

Auf den Fotos, die Bernd Nagel in der vergangenen Woche den Herforder Politikern präsentiert hat, waren ganze Waschbecken zu sehen, die in der Wertstofftonne gelandet waren. Da eine Umstellung auf die Tonne auch mit zusätzlichen Kosten für die Bürger verbunden ist, müsse nun genau abgewogen werden. Der Vertrag mit der Kreislauf GmbH, die in Herford die Gelben Säcke einsammelt, läuft noch bis Ende 2021. Bis dahin muss der Rat entscheiden, ob die Tonne kommt oder die Säcke bleiben.

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