Wagner und Mozart: NWD-Stiftungskonzert in der Marienkirche Fleißiges Orchester sagt Dankeschön

Herford (WB). Eigens für die Freunde und Förderer der Nordwestdeutschen Philharmonie erklang in der Marienkirche das traditionelle Stiftungskonzert. Auf dem Programm standen Werke von Richard Wagner und Wolfgang Amadeus Mozart. Intendant Andreas Kuntze hielt eine launige Ansprache, die mit einer langen Aufzählung begann: Mehrere Dutzend Namen von aktiven Förderern und Freunden des Orchesters zählte er auf, so dass sich im Saal schon Heiterkeit verbreitete.

Von Gerd Büntzly
In einem Ranking landet das Orchester weltweit auf dem ersten Platz. Eine Kostprobe seines Könnens gab es beim Stiftungskonzert. Auch sonst war es ein gutes Wochenende für die Musiker. Das Land NRW erhöht die Zuschüsse.
In einem Ranking landet das Orchester weltweit auf dem ersten Platz. Eine Kostprobe seines Könnens gab es beim Stiftungskonzert. Auch sonst war es ein gutes Wochenende für die Musiker. Das Land NRW erhöht die Zuschüsse. Foto: Thomas Meyer

Erinnerung an Italien-Tournee

Diese beeindruckende Liste der Unterstützung schien ihm aber angemessen zur Vorbereitung der Botschaft, die NWD-Philharmonie sei inzwischen als das „fleißigste Orchester“ der Welt qualifiziert worden. Aber, so sagte er, diese Botschaft enthalte auch harte Arbeit. Unter den zahlreichen aufgezählten Höhepunkten des vergangenen Jahres seien nur erwähnt die Italien-Tournee im Januar, gleich zwei Auftritte in der Hamburger Elbphilharmonie, Wagners Ring der Nibelungen und ein Konzert mit dem Jazztrompeter Klaus Doldinger.

Schwelgerisch-langsamer Beginn

Florian Ziemen, gegenwärtig Generalmusikdirektor des Theaters für Niedersachsen in Hildesheim und mit Wagner bestens vertraut, leitete das Orchester. Es begann mit dem Siegfried-Idyll von Richard Wagner, einer Musik, die schwelgerisch-langsam beginnt und sich viel Zeit lässt, wie ein sich rekelndes Aufwachen am Morgen – kein Wunder, sie war als Aufwachmusik zum 33. Geburtstag von Wagners Frau Cosima komponiert.

Die Altistin Evelyn Krahe sang mit sinnlich-berauschender Stimme Wagners „Wesendonk-Lieder“, und das Orchester hielt sich in guter Weise zurück, um ihre Stimme nicht zu überdecken. Die Verse verraten neben schwüler Sinnlichkeit eine tiefe Sehnsucht, den Kreislauf des Lebens zu beenden und definitive Ruhe zu finden.

Dramatik auch im Schlusssatz

Die Pauken wurden erst bei der Prager Sinfonie von Wolfgang Amadeus Mozart gebraucht. Die Dramatik der langsamen Einleitung, die das Orchester mit großer Geste gestaltete, verweist auf den „Don Giovanni“, den Mozart in Prag aus der Taufe hob. Dramatik auch im Schlusssatz: Fortissimo-Orchesterschläge leiteten mehrfach eine delikat gespielte Phrase ein mit einem sicher nur bei Mozart vorkommenden Klangeffekt: Pizzicati in den Streichern, unterstützt von leisen Blechbläsern.

Der Beifall für dieses Dankeschön-Konzert der Nordwestdeutschen Philharmonie war immens, anschließend waren alle Besucher zu Wein und Gebäck eingeladen.

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