Studie: Digitalisierung könnte im Kreis Herford besonders große Auswirkungen haben Jeder dritte Job gefährdet?

Herford (WB). Drohnen, die Pakete liefern, Roboter, die in der Pflege helfen, Maschinen, die Möbel bauen – die Digitalisierung bietet viele Möglichkeiten, den Faktor Mensch in der Arbeitswelt überflüssig zu machen. Ob sie praktikabel sind und umgesetzt werden, ist allerdings eine andere Sache. Eine aktuelle Studie kommt jedenfalls zu dem Schluss, dass im Kreis Herford jeder dritte Job durch die Digitalisierung gefährdet sein könnte.

Von Bernd Bexte
Das verarbeitende Gewerbe ist im Kreis Herford stark vertreten – allen voran die (Küchen)Möbelindustrie mit fast 6800 Jobs.
Das verarbeitende Gewerbe ist im Kreis Herford stark vertreten – allen voran die (Küchen)Möbelindustrie mit fast 6800 Jobs. Foto: Moritz Winde

Mit dieser Quote (33 Prozent) kommt Herford auf Platz 2 in OWL. Nur im Kreis Gütersloh (36 Prozent) ist sie noch höher. NRW-weit liegt die Quote bei 26 Prozent. Das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB), eine Forschungseinrichtung der Bundesanstalt für Arbeit (BA) in Nürnberg, hat sich einmal genau angeschaut, wie es bundesweit um die sogenannte Substituierbarkeit (Ersetzbarkeit) von Tätigkeiten aussieht. Dies gebe „Hinweise darauf, welche Berufe, Branchen und Regionen wie stark von den technologischen Veränderungen betroffen sein könnten und wo ein entsprechender Bedarf an Nachqualifizierung, aber auch Umschulung und Weiterbildung besteht“, schreiben die Autoren.

„Ersetzbar heißt nicht wegfallend“

Die Forscher haben für alle Berufe auf der Basis von Daten der BA den Anteil an Tätigkeiten ermittelt, der von Computern oder computergesteuerten Maschinen erledigt werden könnte. Stichworte sind hier Industrie 4.0 und das Internet der Dinge. Vor allem „Routinetätigkeiten“ könnten ersetzt werden. Demnach weisen Fertigungsberufe mit 83 Prozent den höchsten Ersetzbarkeitsgrad auf. Da das verarbeitende Gewerbe im Kreis Herford stark vertreten ist – allen voran die (Küchen)Möbelindustrie, mit fast 6800 Jobs nach dem Einzelhandel Platz 2 –, verwundert die Quote von einem Drittel nicht. „Das heißt natürlich nicht, dass tatsächlich jede dritte Stelle im Zuge der Digitalisierung wegfallen wird“, betont Frauke Schwietert, Leiterin der Herforder Agentur für Arbeit.

„Hier geht es schließlich auch um rechtliche und ethische Fragen, beispielsweise in der Pflege.“ Dass eine Tätigkeit als „ersetzbar“ eingestuft sei, bedeute nicht, dass sie künftig nur noch von Computern und computergesteuerten Maschinen erledigt werde, betont auch das Forschungsinstitut IAB. Das Substituierbarkeitspotenzial sage lediglich etwas über die technische Machbarkeit aus.

Jeder fünfte Job nur schwer zu ersetzen

„Ob dieses Potenzial überhaupt ausgeschöpft wird, hängt auch von einer Reihe anderer Aspekte ab.“ Unter anderem werde es – wenn die Qualität der vom Menschen produzierten Waren höher sei als die Qualität der von einer Maschine produzierten Waren – Kunden geben, die bereit seien, einen höheren Preis für die bessere Qualität zu zahlen. So könnten die Tätigkeiten weiterhin vom Menschen ausgeführt werden.

Laut Studie haben neben dem einen Drittel der Jobs im Kreis Herford mit hohem Substituierbarkeitspotenzial weitere 45 Prozent einen mittleren Ersetzbarkeitsgrad. 22 Prozent der Stellen seien nur schwer durch Computer oder digital vernetzte Maschinen zu ersetzen, sind also besonders qualifizierte Tätigkeiten.

Kommentare

Wenn keiner da ist das Geld zu verdienen....

Wenn keiner da ist der das Geld zu verdienen bzw.die Kaufkraft zu steigern im Land nützt das alles nichts. Ergebnis daraus ist das immer mehr Arbeitslose entsteht die auf finanzielle Unterstützung des Staates angewiesen sind. Ein Teufelskreis....leider können die Roboter kein Geld ausgeben.

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