Herforder Familie saß in dem Airbus, in dem es Feueralarm gab Überm Atlantik umgekehrt

Herford (WB). Nein, Angst habe sie nicht gehabt. Sie sei auch kein ängstlicher Typ. Und wer mit Elke Stolzmann telefoniert, glaubt ihr das. Mit ihrer Familie wartet sie am Flughafen in Zürich auf das Flugzeug nach Miami. Die Stimmung ist gut – und das, obwohl die vier Herforder in der Lufthansa-Maschine saßen, die am Donnerstag über dem Atlantik wegen einer Feuermeldung umdrehen musste.

Warten in Zürich auf den zweiten Flug nach Miami: (von links) Thomas, Moritz, Nikolai und Elke Stolzmann. In Miami starten die Herforder zu einer Karibik-Kreuzfahrt.
Warten in Zürich auf den zweiten Flug nach Miami: (von links) Thomas, Moritz, Nikolai und Elke Stolzmann. In Miami starten die Herforder zu einer Karibik-Kreuzfahrt. Foto: WB

266 Passagiere waren an Bord des Airbus’, der am Donnerstagvormittag in München in Richtung Miami gestartet war. Unter den Fluggästen war die Familie Stolzmann, bestehend aus den Eheleuten Elke und Thomas sowie den Söhnen Nikolai und Moritz. In Herford sind sie keine Unbekannten, denn Elke und Thomas Stolzmann leiten das Bestattungshaus Hartung in zweiter Generation.

Heizlüfter im Frachtraum defekt

Zu viert wollen sie eine Urlaubskreuzfahrt in der Karibik unternehmen. Vom Flughafen Amsterdam nach München lief alles glatt, doch der sich anschließende Flug nach Miami wurde jäh unterbrochen. Rauch eines defekten Heizlüfters im Frachtraum des Flugzeugs habe den Feueralarm ausgelöst, sagte später ein Sprecher der Fluggesellschaft. Was genau den Defekt am Heizlüfter ausgelöst hatte, war aber bis Freitag unklar. Panik an Bord habe es nicht gegeben, alles sei ruhig verlaufen. Auch drang kein Rauch in die Kabine.

Das umgeleitete Flugzeug vom Typ A 380 steht am Flughafen München. Foto: dpa

Ursprünglich sollte die Maschine auf dem ungeplanten Rückflug in Paris landen, doch dann entschied man sich für München. Von dort aus ging es am Freitag nach Zürich. Für die Familie offenbar kein Grund zu verzweifeln. Ganz im Gegenteil: Geduldig und vor allem gut gelaunt wartete sie auf den zweiten Flug nach Miami und brachten Zeit und Bereitschaft auf, der Zeitung ein Familienfoto aus Zürich zu schicken.

„Sogar Seelsorger waren da“

„Wir haben heute schon viel gelacht“, sagt Elke Stolzmann. Weder sie noch der Rest der Familie hätten irgendwelche Befürchtungen: „Das war vorher nicht so und jetzt auch nicht – alles ist gut!“ Die 55-Jährige weiß, dass man das eigene Schicksal nicht hundertprozentig selbst bestimmen kann. Die daraus resultierende Gelassenheit bringt sie auf die Formel: „Was kommt, das kommt.“ Auch Vorbehalte der Fluggesellschaft Lufthansa gegenüber hatte sie nicht – und hat sie nicht: „Ich würde immer wieder mit der Lufthansa fliegen. So etwas kann schließlich überall passieren.“ Bei der Ankunft in München hätten sich alle große Mühe gegeben: „Sogar Seelsorger waren da.“

Den Start der Karibik-Kreuzfahrt verpassen die Herforder trotz der Verzögerung nicht. Für Elke Stolzmann und ihren Sohn Nikolai (30) ist es bereits die vierte Kreuzfahrt. Thomas Stolzmann (56) und Moritz (26) waren nicht von Anfang an dabei. Unvergessen das Malheur des vergangenen Jahres, als der Koffer des Vaters nicht wie vorgesehen in Miami, sondern in New York das Flugzeug verließ. „Auch da ging was schief“, erinnert sich die Ehefrau amüsiert: „Wir haben wohl einen Lauf.“

Flugkurve zurück nach Deutschland.

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