Streit um Holzheizung – Kreis Herford schreitet ein
Was qualmt denn da?

Herford (WB). Heizen mit Holz ist beliebt und im Grunde umweltfreundlich. Wenn der Ofen aber nicht richtig befüllt wird, kann es Ärger geben. So wie jetzt in einer Nachbarschaft in Herford.

Donnerstag, 09.01.2020, 05:00 Uhr
Dichter Qualm quillt aus dem Schornstein, über den die Abgase der Heizung entweichen. Foto: Schulte

Heinz-Werner Schulte ist in der Nähe einer großen Ausfallstraße zu Hause. Seit August

Heinz-Werner Schulte (65) hat sich beim Kreis beschwert.

Heinz-Werner Schulte (65) hat sich beim Kreis beschwert. Foto: Bexte

2018 sei die Wohnqualität dort erheblich eingeschränkt. „Ein Anwohner hat eine Holzheizung in Betrieb genommen. Da wird aber nicht nur Holz verbrannt“, sagt der 65-Jährige. Atemwegsbeschwerden und Kopfschmerzen würden die Anwohner plagen, wenn wieder dicker Qualm aus dem Schornstein quille. Wegen Rauch- und Geruchsbelastung hätten sie mehrfach die Feuerwehr gerufen. „Der Rauch war hier manchmal so dicht, dass man gar nicht erkennen konnte, ob der aus dem Schornstein kam oder ein Feuer unter dem Dach war.“

Ordnungsbehördliches Verfahren

Schulte sei sich von Anfang an sicher gewesen, dass da was nicht stimme. „Ich bin freiberuflicher Brandschutzexperte, ich kenne mich aus.“ Auch andere Anwohner halten den Zustand für nicht hinnehmbar. Gemeinsam haben sie sich schriftlich an den Kreis gewandt. „Der hat aber erst mal gar nichts gemacht und ist erst nach mehr als einem Jahr tätig geworden“, schüttelt Schulte den Kopf.

Dann allerdings mit Konsequenzen für den Heizungseigentümer: „Gegen den Betreiber der Feuerstätte wurde nunmehr ein ordnungsbehördliches Verfahren eingeleitet, da sich der vermutete Brennstoffmissbrauch im Zuge der Überwachungsmaßnahmen bestätigt hat“, heißt es einem Schreiben von der in diesem Fall für den Immissionsschutz zuständigen Bauaufsicht von Ende November.

Die Verwendung ungeeigneter Brennstoffe sei dem Betreiber „in einem verpflichtenden Verwaltungsakt“ untersagt worden. Zudem habe man die Staatsanwaltschaft als Strafverfolgungsbehörde in Kenntnis gesetzt. Über den weiteren Verlauf der Angelegenheit konnte die Bielefelder Justizbehörde auf Anfrage allerdings keine Angaben machen.

Kreis droht Zwangsgeld an

„In der besagten Anlage sind offenbar Spanplatten verbrannt worden, die Leim enthalten. Das ist nicht zulässig, da diese Heizung auch keinen Filter hat“, erläutert Udo Busse, Leiter des Amtes für Umwelt, Planen und Bauen beim Kreis. Mitarbeiter der Behörde hätten vor Ort Proben der Asche entnommen und untersuchen lassen. „Wir haben dem Heizungsbetreiber auch ein Zwangsgeld angedroht.“ Bei einer zweiten, unangekündigten Kontrolle sei dann nichts zu beanstanden gewesen.

Beschwerdeführer Schulte ist sich sicher, dass da nicht nur Spanplatten verfeuert worden seien. „Für mich ist das eine kleine Müllverbrennungsanlage.“ Und auch nach dem Einschreiten des Kreises sei es noch mehrmals zu erhöhten Rauchbelastungen gekommen. Die Anlage müsse gesondert überwacht werden, fordert er.

Der Heizungsbetreiber versteht die Aufregung nicht. „Wenn ich morgens anfeuere, kann natürlich mehr Qualm entstehen.“ Ansonsten sei mit der Anlage jetzt aber alles in Ordnung.

Die ersten Tage des neuen Jahres machen Schulte etwas Hoffnung: „Seitdem ist Ruhe.“ Vielleicht habe das Eingreifen der Aufsichtsbehörde doch Wirkung gezeigt.

Kommentare

Klimatis  wrote: 09.01.2020 15:05
Müllverbrennung
An manchen Tagen kann man nicht mehr lüften, weil diverse Öfen ans brennen kommen. Die Luft stinkt, die Klamotten ziehen diesen Gestank an und ich bin überzeugt das viele Ihren Müll da mit verbrennen...Im Dunkeln sieht´s ja keiner.
Hauptsache man selbst spart auf Kosten anderer irgendwo was ein.
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