Streit um geplante Grünanlagen auf dem Bildungscampus – „Das ist Gutsherrenart“
BUND kritisiert SEH-Geschäftsführer

Herford (WB). Der Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) kritisiert die geänderten Pläne zur Gestaltung der Grünanlagen auf dem Bildungscampus. Der Geschäftsführer der Stadtentwicklungsgesellschaft (SEH), Dr. Jan Miller, hatte in der jüngsten Ratssitzung die veränderten Pläne vorgestellt.

Dienstag, 07.01.2020, 04:13 Uhr aktualisiert: 07.01.2020, 09:16 Uhr
Die geänderten Pläne sehen eine Erschließungsstraße vor, die entlang des Zauns und parallel zur Vlothoer Straße verläuft.

Zuvor hatte es einen städtebaulichen Wettbewerb gegeben. Dessen Ergebnisse sahen mehr Grünflächen vor als in den aktualisierten Plänen der SEH-Geschäftsführung. Stattdessen sollen hinter den Kasernengebäuden auf dem Wentworth-Gelände etliche Parkplätze für die Fachhochschule für Finanzen geschaffen werden. Der Beirat für Stadtbildpflege hatte moniert, dass die SEH-Geschäftsführung das „sehr grün geprägte Gesamtkonzept“ für die Außenanlagen auf dem Campusgelände nicht weiter verfolgt habe. Ähnliche Kritik kam vom FDP-Ratsherrn Eckhart Klemens.

BUND: „Geschäftsführer in die Schranken weisen“

Für BUND-Kreisgruppensprecher Bernd Meier-Lammering stellt sich deshalb die Frage: „Wer entscheidet eigentlich in Herford?“ Er frage sich, wie es sein könne, dass in Person von SEH-Geschäftsführer Dr. Miller ein einzelner Mensch die vom Beirat für Stadtbildpflege gutgeheißene Planung völlig umwerfe.

„Wozu brauchen wir dann noch solche Gremien, wenn Dr. Miller nach Gutsherrenart die Planung völlig umschmeißen lässt? Ich finde, es wird höchste Zeit, dass dieser Geschäftsführer in seine Schranken gewiesen wird“, erklärt Meier-Lammering.

Wortwahl „grüne Hölle“ sei ein Unding

Der Rat der Stadt habe den Klimanotstand ausgerufen und Bürgermeister Tim Kähler wolle die Stadt grüner machen. „Wie passt das zu einem Geschäftsführer der Stadtentwicklungsgesellschaft, der bei einer nicht nur in den Augen des BUND gelungenen Planung mit viel grün von einer ‚Grünen Hölle‘ spricht?“

Zur Erläuterung: Dr. Miller hatte in der Ratssitzung im Dezember erklärt, dass für ihn in den Wettbewerbsbeiträgen teilweise zu viele grüne Elemente eingeplant worden sind. Intern habe er deshalb von einer geplanten „grünen Hölle“ gesprochen. Für Meier-Lammering ein Unding. Parks, Wälder, Grünzüge und Bäume bildeten einen entscheidenden Bestandteil der Lebensqualität der Herforder Bürger, so der BUND-Sprecher. Grün- und Freiflächen im Siedlungsbereich sorgten nicht nur für saubere Luft und kühlere Temperaturen an heißen Sommertagen, sondern spielten zusätzlich eine bedeutende Rolle für Erholung und Naturerfahrung im unmittelbaren Lebensumfeld der Menschen.

„Wir Menschen brauchen Grün in unserem Lebensumfeld. Wenn wir dieses Grün zudem noch naturnah gestalten, profitieren davon zahlreiche Tier- und Pflanzenarten – eine Win-Win-Situation für alle Beteiligten, aber für Herrn Dr. Miller eine Grüne Hölle. Das ist doch ein Technokratendenken aus vergangener Zeit. Und so ein Mann soll die Entwicklung unserer Stadt lenken?“

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.
 
https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7175890?categorypath=%2F2%2F2158585%2F2158590%2F2198384%2F2198393%2F2514620%2F
Bundestag beschließt Grundrente
Der Rentenzuschlag wird wahrscheinlich erst rückwirkend ausgezahlt.
Nachrichten-Ticker