Wetterbilanz 2019: Allzeitrekord am 25. Juli und kaum noch kalte Tage
Nur 2018 war noch wärmer

Herford (WB). An den 25. Juli können sich viele Herforder sicherlich noch erinnern. Dieser Hochsommertag war hier (und andernorts in Deutschland) der heißeste seit Beginn der Wetteraufzeichnungen im Jahre 1891. 38,1 Grad zeigte das Thermometer im Garten von „Wetterfrosch“ Heinrich Wulff am Ortsieker Weg. „Die bisherige Rekordtemperatur vom 4. Juli 2015 wurde damit um 0,2 Grad übertroffen“, bilanziert der 80 Jahre alte Hobbymeteorologe.

Dienstag, 07.01.2020, 10:00 Uhr
So heiß war es in Herford noch nie: Am 25. Juli stieg das Thermometer auf 38,1 Grad. Foto: Moritz Winde

Doch trotz der extremen Hitze konnte 2019 das Vorjahr nicht toppen: Im vergangenen Jahr betrug die Hitze an 22 Tagen mehr als 30 Grad, 2018 war dies an 29 Tagen der Fall gewesen. Auch der Mittelwert der Temperatur über das gesamte Jahr war mit 11,9 Grad um 0,2 Grad niedriger als 2018, dem Rekordjahr. Und trocken war 2019 ebenfalls: Es regnete zwar an 200 Tagen, aber nur 761 Liter kamen pro Quadratmeter vom Himmel, ähnlich wenig wie 2016 mit 210 Niederschlagstagen.

Regen an 200 Tagen

Regenreichster Tag war der 20. Mai (37,7 Liter), regenreichster Monat der Oktober (125,5 Liter), der Herford mit ordentlich Niederschlag wohl vor einem weiteren Dürrerekord bewahrte. 2018 hatte es an 175 Tagen geregnet, insgesamt nur 617 Liter pro Quadratmeter. Das war aber bei weitem noch nicht das trockenste Jahr: 1959 waren lediglich 374 Liter Niederschlag gefallen. Auch 1907 (569 Liter), 1911 (471 Liter), 1964 (578 Liter) und 1976 (574 Liter) waren laut Wulff noch trockener.

Das nasseste Jahr seit 1891 war 2007. Damals gab es mit 1164 Litern etwa 50 Prozent mehr Niederschlag als 2019. Der trockenste Monat im abgelaufenen Jahr fiel übrigens nicht in den Sommer, sondern in den Winter: Knapp 27 Liter auf den Quadratmeter waren im Februar der Minuswert. Es war aber schon mal schlimmer: Im September 2016 fielen lediglich gut sieben Liter.

Kältester Tag war der 24. Januar

Ach ja, ein paar Kältetage gab es auch: Am niedrigsten stand die Quecksilbersäule am 24. Januar. Minus 8 Grad waren es im Garten von Heinrich Wulff. Doch richtig kalt wird es nur noch selten: „Auffällig im Vergleich ist, dass die hohen Minusgrade vom 7. Februar 2012 mit minus 15,1 Grad in den vergangenen Jahren nicht mehr erreicht wurden“, sagt er.

Die Dokumentation des Wetters ist seit Beginn 1891 fest in Hand der Familie Wulff. Ein Großvater von Heinrich Wulff hatte damals die erste Wetterstation an der heutigen Grundschule Mindener Straße eingerichtet. Seit 1927 befindet sie sich im Garten der Familie am Ort­sieker Weg.

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