SWK sucht nach Lösungen – Kosten von 70.000 Euro pro Jahr Immer wieder wilder Müll

Herford  (WB). Couch-Garnituren, Stühle, Klodeckel und WC-Bürsten, kaputte Regenschirme, Lebensmittel-Reste, prall gefüllte Plastik-Müllbeutel: Die Liste der Dinge, die Unbekannte vor dem Jahreswechsel heimlich und verbotenerweise an Altglas- und Altkleidercontainern im Stadtgebiet deponiert haben, ist lang – und sorgt bei Anwohnern und der Müllabfuhr für Verdruss.

Von Peter Schelberg
Neben diesem Glascontainer an der Stuckenbergstraße liegen alte Möbel. „An manchen Stellen und Plätzen ist es leider durchaus gang und gäbe, dass immer wieder illegal Abfälle oder Sperrmüll abgeladen werden“, sagt Uwe Friedrich, Bereichsleiter Abfallbeseitigung und Straßenreinigung.
Neben diesem Glascontainer an der Stuckenbergstraße liegen alte Möbel. „An manchen Stellen und Plätzen ist es leider durchaus gang und gäbe, dass immer wieder illegal Abfälle oder Sperrmüll abgeladen werden“, sagt Uwe Friedrich, Bereichsleiter Abfallbeseitigung und Straßenreinigung. Foto: Peter Schelberg

„Es ist unglaublich und dreist, was manche Leute hier abladen“, ärgert sich Doris Eichholz vom Stadtverband des Bundes für Umwelt und Naturschutz (BUND) über den „wilden Müll“ an den Containern in der Stuckenbergstraße: „Das ist ja schon fast eine Wohnungseinrichtung. Die Polstergarnitur war als erstes da. Die anderen Sachen wie die Matratze, der alte Stuhl oder die Müllbeutel sind dann noch später dazugekommen.“ Und ein älterer Passant fügt angesichts des Müllbergs unweit der Kita Kunterbunt hinzu: „Wenn man diese Leute doch mal erwischen würde...“

Weitere wilde Müllablagerungen

In den sozialen Medien berichten Herforder über weitere wilde Müllablagerungen – beispielsweise auf dem Parkplatz am Jahnstadion oder an den Containern am Kreisel Engerstraße/Rüterweg in Herringhausen. Uwe Friedrich, Bereichsleiter Abfallbeseitigung und Straßenreinigung bei der SWK, kennt diese „Hotspots“ zur Genüge: „An manchen Stellen und Plätzen ist es leider durchaus gang und gäbe, dass immer wieder illegal Abfälle oder Sperrmüll abgeladen werden – dort finden wir nahezu das ganze Jahr über wilde Müllablagerungen.“

Zwischen den Jahren seien die SWK-Müllwerker allerdings „mit dem Abfahren nicht so nachgekommen, wie dies wünschenswert wäre“, stellte Friedrich fest. Durch die Feiertage müssten ohnehin große Abfallmengen eingesammelt werden.

Abfuhr kostet jährlich 70.000 Euro

Nach Friedrichs Einschätzung ist die Menge an Müll, die illegal irgendwo im Stadtgebiet entsorgt werde, im vergangenen Jahr 2019 nicht weniger geworden: „Da hat sich leider nichts zum Positiven geändert.“ In der Vergangenheit hatte die SWK-Geschäftsführung den jährlichen finanziellen Aufwand für die Abfuhr wilden Mülls auf etwa 70.000 Euro beziffert. „Das dürfte 2019 mindestens genauso viel gekostet haben“, schätzt der Bereichsleiter. Im neuen Jahr werde man sich unter anderem mit den Wohnungsgesellschaften zusammensetzen und versuchen, Lösungen zu entwickeln, kündigte er an.

Ab Januar sollen dann auch kontinuierlich wieder die Schwerpunkt-Plätze angefahren werden, „weil da immer wieder etwas liegt“. Manchmal eben auch komplette Möbelgarnituren, die auf die Kleinfahrzeuge von Proaktiv nicht mehr draufpassen. „Da müssen wir dann schon einen Lkw mit Greifer hinschicken“, verdeutlicht Friedrich. Unverständlich sei vor allem, dass auch immer wieder Haushaltsgroßgeräte einfach so abgestellt würden, obwohl diese kostenlos bei der SWK in der Goebenstraße abgegeben werden könnten.

Bei Verstößen droht Bußgeld

Die Stadt Herford weist darauf hin, dass Abfälle nur in dafür zugelassenen Anlagen oder Einrichtungen behandelt (verbrannt), gelagert oder abgelagert werden dürfen. Bei Verstößen drohe ein Bußgeld. Der Appell an die Bürger: „Informieren Sie bitte möglichst sofort die Polizei, wenn Sie sehen, dass Abfälle frei verbrannt werden. Eine illegale (wilde) Abfallentsorgung können Sie ebenfalls bei der Polizei, beim Umweltamt Ihrer Kommune oder beim Kreis Herford anzeigen.“

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