Stadt will Kaufland-Gelände kaufen, damit SWK und Recyclingbörse dort hinziehen
Herfords neue Wertstoffzentrale?

Herford (WB). Die SWK und die Recyclingbörse wollen stärker zusammenarbeiten – und zwar an einem Standort. Eine neue Wertstoffzentrale soll an der Kiebitzstraße in Herringhausen entstehen. Die Stadt will das alte Kaufland-Gelände kaufen.

Samstag, 04.01.2020, 07:57 Uhr aktualisiert: 04.01.2020, 08:00 Uhr
SWK-Chef Wolfgang Rullkötter und Recyclingbörsen-Vorsitzender Claudio Vendramin wollen gemeinsame Sache machen: Auf dem ehemaligen Kaufland-Gelände an der Kiebitzstraße könnte eine neue Wertstoffzentrale entstehen. Das 20.000 Quadratmeter große Areal liegt an der B239 in Herringhausen. Foto: Moritz Winde

„Ja, wir haben großes Interesse an der Fläche. Sie ist ideal, um dort einen modernen Bauhof in Kombination mit der Recyclingbörse zu errichten“, bestätigt Bürgermeister Tim Kähler entsprechende Informationen dieser Zeitung. Der Verwaltungschef hat seinen Wirtschaftsförderer damit beauftragt, den Deal einzustielen, der bis Ende Februar abgewickelt werden sein könnte.

„Wir wären sofort dabei“

Das Grundstück an der Umgehungsstraße ist knapp 20.000 Quadratmeter groß und steht seit längerer Zeit zum Verkauf. Das Warenhaus hatte dort Ende 2017 geschlossen. Die Gewerbeimmobilie wird seitdem für 3,65 Millionen Euro im Internet angeboten. Ob die Stadt bereit ist, so viel Geld auszugeben beziehungsweise die Eigentümer den Preis senken werden, ist fraglich. Letztlich muss ohnehin die Politik über die Transaktion entscheiden.

SWK-Chef Wolfgang Rullkötter (62) und Recyclingbörsen-Vorsitzender Claudio Vendramin (60) hatten die Idee zur Kooperation an der Kiebitzstraße. Die SWK sucht seit Jahren nach einem alternativen Standort, weil der jetzige aus allen Nähten platzt. „Die Anforderungen an die Abfallwirtschaft sind genauso wie die Zahl der Kunden gestiegen“, sagt Rullkötter.

An der Goebenstraße wird’s regelmäßig eng, wenn die Leute – es sind im Durchschnitt 120 pro Tag – ihren Unrat anliefern. Das Gelände in Herringhausen biete viel mehr (Platz)-Möglichkeiten. Rullkötter sagt, er habe keine Bedenken wegen der erforderlichen Genehmigungen. Sein Fazit: „Wir wären sofort dabei.“

Vorteil der kurzen Wege

Auch Claudio Vendramin kann sich einen Umzug und eine engere Verzahnung mit der SWK prima vorstellen. „Wir würden voneinander profitieren.“ Die Dinge, die wirklich entsorgt werden müssen, landen in den SWK-Mulden, Brauchbares geht an die Börse und in den Wiederverkauf. Und der Bürger könnte alles an einem Ort erledigen. Stichwort: kurze Wege.

Er gibt aber zu bedenken, dass der Verein die finanziellen Herausforderungen stemmen können müsse. „Voraussetzung ist, dass wir unsere beiden Gebäude an der Heidestraße zu einem guten Preis verkaufen können.“ Der Plan ist, dass die Stadt das Areal in Herringhausen kauft und dann vermietet. Vendramin stellt klar: „Ohne eine Förderung der Vorbereitung zur Wiederverwertung durch den Kreis Herford werden wir die Miete nicht bezahlen können.“

Während der SWK-Bauhof auf dem Hauptteil des Außengeländes gebaut werden soll, soll die Börse – der Verein finanziert sich nur durch Spenden – das Gros des 5000 Quadratmeter großen und barrierefreien Gebäudes bekommen, das für eine halben Million Euro renoviert werden soll. Vendramin will vermehrt die Mittelschicht als Käufer ansprechen und hofft mit dem neuen Domizil auf höhere Umsätze.Sollte alles glatt gehen, könnte Herfords Wertstoffzentrale im Jahr 2022 eröffnet werden.

 

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