Mehr als ein Drittel der aktuellen Mitglieder kandidiert nicht erneut Rat verändert sein Gesicht

Herford (WB). Ganz gleich wie die Kommunalwahl am 13. September ausgeht, die Zusammensetzung des Herforder Stadtrates wird sich erheblich verändern. Denn etliche Akteure, die in den vergangenen Jahren die Stadtpolitik geprägt haben, kandidieren nicht erneut. Mehr als ein Drittel der 44 Ratsmitglieder hat bereits erklärt, nicht wieder anzutreten.

Von Ralf Meistes
44 Mitglieder zählt der Herforder Stadtrat. Bei der Kommunalwahl im September werden viele von ihnen nicht erneut antreten.
44 Mitglieder zählt der Herforder Stadtrat. Bei der Kommunalwahl im September werden viele von ihnen nicht erneut antreten. Foto: Moritz Winde

Fraktionsvorsitzender hört auf

SPD-Fraktionschef Horst Heining hatte in der Vergangenheit mehrfach betont, dass dies seine letzt Legislaturperiode sein wird. Eigentlich wollte er zur Hälfte auch schon den Posten als Fraktionsvorsitzender abgeben, aber nachdem sein designierter Nachfolger Jens Steinmann nach Hiddenhausen umgezogen war, blieb Heining.

Basler seit 16 Jahren im Stadtrat

Neben ihm wird auch Petra Basler nicht erneut kandidieren. Die SPD-Verkehrsexpertin ist seit 16 Jahren Mitglied im Stadtrat. In einer Mitteilung an die Parteimitglieder hat sie jetzt angekündigt, „nicht am Ratsmandat kleben“ zu wollen. Sie werde bis zum Ende der Ratsperiode alles geben und dann aufhören.

Von der SPD hatte auch Achim Kespohl angekündigt, nicht erneut zu kandidieren. Darüber hinaus wird davon ausgegangen, dass auch Horst-Walter Laege, Hans-Jürgen Rühl, Hans-Gerd Adolphy und Udo Freyberg nicht erneut antreten werden. Erhebliche Veränderungen wird es auch in der CDU geben. Hinter den Kulissen wird um die Listenplätze gerungen. Einen Bürgermeisterkandidaten hat die Union bislang nicht vorgestellt.

Müller und Rußkamp haben in schwieriger Zeit übernommen

Prägend für die CDU in den zurückliegenden 15 Jahren waren Fraktionschef Wolfgang Rußkamp und Bärbel Müller, die über viele Jahre auch den Stadtverband führte. Das Duo hatte in einer schwierigen Phase die Arbeit in der Union von Ute Blanke und Kurt Huber übernommen. Für sie ist nach der Kommunalwahl ebenso Schluss wie für Dorothee von Zitzewitz, Paul-Dieter Wiedemann und Garrelt Janssen. Und auch der bisherige stellvertretende Bürgermeister Ralf Grebe aus Elverdissen wird wohl nicht erneut kandidieren.

Wienböker macht den Weg frei

Ein Wechsel zeichnet sich auch bei den Bürgern für Herford (BfH) ab. Hier wird Lothar Wienböker den Platz frei machen. Viele Jahre war er zunächst für die FDP kommunalpolitisch aktiv, ehe er nach einem Streit dort ausschied und sich nun als Fraktionschef bei den Bürgern für Herford engagiert. Mit Andreas Jotzo steht bereits ein Nachfolger in den Startlöchern.

Bedeckt halten sich noch die Grünen. Dabei haben sie mit Herbert Even und Angela Schmalhorst zwei Mitglieder in ihren Reihen, die bereits seit über 35 Jahren im Stadtrat mitwirken. „Wir werden uns beizeiten zu den Kandidaten äußern“, erklärte Schmalhorst auf Anfrage.

Kommentar:

Feind, Todfeind, Parteifreund war die Steigerung, die Franz-Josef Strauß gerne mal verwendet hat, wenn er sich über parteiinterne Kritiker geärgert hat. Beim Gerangel um die Listenplätze für die nächste Kommunalwahl im September verläuft die Feind-Freund-Linie auch in Herford gerne mal innerhalb der eigenen Partei. Bei der SPD wurde dies öffentlich. Eckhart Klemens war frühzeitig von der SPD zur FDP gewechselt, auch weil er für die bevorstehende Kommunalwahl auf keinen guten Listenplatz hoffen konnte. Und das Gerangel um den SPD-Ratsherrn Martin Wolf geriet sogar zur öffentlichen Schlammschlacht, weshalb er die Fraktion verließ. Doch auch innerhalb der CDU rumort es gewaltig. Mit Wolfgang Rußkamp und Bärbel Müller gehen zwei von Bord, die in den vergangenen Jahren den Takt vorgegeben haben. Doch diejenigen, die jetzt auch mit neuem Personal eine Wende einleiten wollen, müssen sich von den übrigen Ratsmitgliedern die Frage gefallen lassen, was sie denn für die CDU Herford in den vergangenen Jahren geleistet haben. Selbst auf einen Bürgermeister-Kandidaten konnte sich die Partei noch nicht einigen. Ralf Meistes

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