Es geht um Grenzwerte beim Rösten von Kakaobohnen Weinrich klagt gegen den Kreis Herford

Herford (WB). Der traditionsreiche Schokoladenhersteller Weinrich begehrt vor Gericht die Feststellung, dass beim Rösten von Kakaobohnen keine von der EU vorgegebenen Grenzwerte überschritten worden sind. Kontrolleure des Kreises Herford sollen dies angeblich in mindestens einem Fall festgestellt haben. Nun treffen sich sie Streitparteien am 22. Januar vor dem Verwaltungsgericht in Minden.

Von Bernd Bexte
Für die Schokoladenproduktion werden die Kakaobohnen geröstet.
Für die Schokoladenproduktion werden die Kakaobohnen geröstet. Foto: Winde

Nach Angaben des Gerichts dreht sich der Streit um sogenannte Polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK). Diese entstehen bei einem der ersten Schritte der Schokoladenherstellung: dem Rösten der Kakaobohnen. Eine sogenannte lebensmittelrechtliche Basisverordnung der Europäischen Union gibt genaue Grenzwerte vor. Denn in größeren Dosen sind PAK gesundheitsschädlich. Nach Angaben des Verwaltungsgerichtes sei bei der Schokoladenproduktion in Herford der Grenzwert überschritten worden.

„Minimal erhöhter Wert“

„Es geht aber nur um einen minimal erhöhten Wert“, betont Gerichtssprecherin Teresa Grabitz. Nach dem Rösten der Kakaobohnen seien PAK eigentlich in jedem Schokoladenprodukt vorhanden. Über mögliche gesundheitliche Risiken in dem konkreten Fall könne das Gericht keine Angaben machen.

„Die klagende Firma hat nun eine sogenannte lebensmittelrechtliche Feststellungsklage angestrengt. Damit möchte sie erreichen, dass juristisch verbindlich festgestellt wird, dass bei der Schokoladenproduktion die Vorgaben der EU-Verordnung eingehalten worden sind“, erläutert die Mindener Verwaltungsrichterin.

Kreis lehnt Stellungnahme ab

Weinrich wollte sich am Donnerstag zu der Klage nicht äußern. Das Unternehmen lässt sich in der Angelegenheit von einer auf Lebensmittelrecht spezialisierten Anwaltskanzlei aus Gummersbach vertreten. Auch die wollte auf Anfrage keine Stellungnahme abgeben. Der Kreis Herford als beklagte Streitpartei hielt sich diesbezüglich ebenfalls bedeckt.

Laut Bundesumweltamt entstehen PAK bei der unvollständigen Verbrennung von organischem Material wie Holz, Kohle, Öl oder eben auch Kakaobohnen. Je niedriger die Temperatur des Feuers und je weniger Sauerstoff zur Verfügung steht, desto mehr PAK fällt an.

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