Seemannslieder und Varieté-Einlagen stimmen Theaterbesucher auf das neue Jahr ein
Ahoi 2020!

Herford (WB). Wohin schippert das Neue Jahr? Welche Richtung wird es einschlagen? Auf der Bühne beim schwungvollen Jahresausklang am Silvesterabend im Stadttheater jedenfalls nahm es Kurs auf Vitalität, Emotion und Lebensfreude. Schön, wenn es im echten 2020 auch etwas davon gäbe.

Mittwoch, 01.01.2020, 19:19 Uhr
Nicht so einfach: Eine dralle St. Pauli-Artistin lässt ein Dutzend Hula-Hoop-Reifen gleichzeitig um ihren Körper kreisen. Foto: Helga Ruß

Die Hamburger Musikgruppe „Albers Ahoi“ – Klarinette, Schifferklavier, Trompete, Tuba und Schlagzeug – brachte Seemannsromantik und kernige Männergeschichten auf die Herforder Bühne, unternahm mit dem gut gelaunten Publikum eine musikalische Reise über die sieben Weltmeere. Und immer dabei die eingehenden Lieder des unvergessenen Hans Albers (1891 – 1960), Symbol für deftige Männlichkeit, der das Lokalkolorit der Stadt Hamburg so intensiv prägte und der sich sowohl als Schauspieler als auch als Sänger international einen Namen machte. Der Künstler Jörg Immendorf setzte ihm sogar ein Denkmal auf dem Hamburger Hans-Albers-Platz.

Publikum singt und schunkelt mit

Die kraftvollen Lieder, von Albers interpretiert mit dieser seltsam gebrochenen Stimme, kennen auch fast 60 Jahre nach dessen Tod Millionen, und noch nach all diesen Jahrzehnten, so spürt man, sind sie beim Herforder Publikum präsent, allen voran „Nimm mich mit, Kapitän, auf die Reise“, „Auf der Reeperbahn nachts um halb eins“, „La Paloma“, „Komm auf die Schaukel Louise“, „Kleine weiße Möwe“ oder „Einmal noch nach Bombay“.

Animiert durch die fünf Musiker, sang und schunkelte das Publikum mit und ließ sich in lockere Silvesterstimmung versetzen. Manchmal aber wird es in Seemannsliedern, trotz aller Sehnsucht nach Freiheit und Ferne, auch melancholisch, besinnlich, wenn etwa das Heimweh die Seeleute quält oder eine Liebe nicht gelebt werden kann, wenn das harte, entbehrungsvolle Leben an Bord an die Grenzen stößt und nach Geborgenheit schreit. So verabschiedeten sich die fünf Musiker vom Publikum mit dem Lied „Ganz da hinten, wo der Leuchtturm steht und das Meer zu Ende geht, liegt ein kleiner Ort und der ist mein Zuhause“. „Einen solchen Ort der Geborgenheit, diesen Leuchtturm, wünschen wir Euch im neuen Jahr“, riefen sie dem Publikum.

Zahlreiche Varieté-Einlagen

„Albers Ahoi“ bot aber nicht nur musikalische Unterhaltung. Ergänzt wurde das Konzert durch zahlreiche Varieté-Einlagen: Sechs jungen Artisten zeigten am Trapez, bei der Jonglage, beim Seilspringen und mit Akrobatik ihr Können.

Dass die fünf jungen Musiker allesamt jahrelang zur See gefahren sind, gehörte allerdings zum Seemannsgarn, das für die Zuschauer gesponnen wurde.

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.
 
https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7164806?categorypath=%2F2%2F2158585%2F2158590%2F2198384%2F2198393%2F2514620%2F
Verdi will Warnstreiks im öffentlichen Dienst ausweiten
Im öffentlichen Dienst brodelt es. Laut Verdi-Chef werden sich die Warnstreiks in Kommunen ausdehnen.
Nachrichten-Ticker