Auf dem Campusgelände wird um die Gestaltung der Außenanlagen gerungen
Wie viel Grün soll es sein?

Herford (WB). Auf dem Bildungscampus sollte eine grüne Oase entstehen, die von den dortigen Studenten ebenso genutzt wird, wie von Anwohnern des Stiftbergs. Das sah das Ergebnis eines städtebaulichen Wettbewerbs vor. Doch dieses „sehr grün geprägte Gesamtkonzept“ sei durch die Stadtentwicklungsgesellschaft (SEH) nicht weiter verfolgt worden, moniert der Beirat für Stadtbildpflege. Der Konflikt hat jetzt die Politik erreicht.

Freitag, 27.12.2019, 07:00 Uhr
Links und rechts des Mary-Somerville-Boulevards sollten eigentlich Bäume die Verbindungsstraße über den Bildungscampus säumen. Doch weil auf der einen Seite unterirdisch Kabel verlegt sind, soll nur auf einer Seite eine Baumreihe stehen. Das ist nur einer der Punkte, der vom Wettbewerbsergebnis abweicht. Foto: Ralf Meistes

„Mehr Parkplätze, weniger grüne Fläche“

„Ich war Mitglied des Wettbewerbsauswahlgremiums und bin davon überzeugt, dass der überarbeitete Entwurf keinen Preis erhalten hätte“, beklagt Eckhart Klemens (FDP). Anstatt grüner Flächen mit viel Aufenthaltsqualität sei jetzt vermehrt mit Parkplätzen und einer zusätzlichen Straße auf dem Gelände der Wentworth-Kaserne (Liststraße) geplant worden, kritisiert Klemens.

„Das war die grüne Hölle“

SEH-Geschäftsführer Dr. Jan Miller sieht das anders: „Keiner der Wettbewerbsbeiträge hat einen ersten Platz errungen. Das hat Gründe. Mir waren da von Anfang an zu viele grüne Elemente eingeplant worden. Ich habe intern sogar von der grünen Hölle gesprochen.“

Eine Aussage, die FDP-Ratsherr Klemens auch Tage später noch sauer aufstößt. In allen vorangegangenen Workshops mit den Anwohnern und Planungsrunden mit Experten sei immer betont worden, dass auf dem Stiftberg nicht nur der meiste Baumbestand erhalten werden sollte, sondern dass dort auch grüne Inseln mit viel Aufenthaltsqualität geschaffen werden sollten. Das sahen auch alle Pläne des freiraumplanerischen Wettbewerbs vor.

Zusätzliche Straße stößt auf Skepsis

Die geplanten Parkplätze zwischen den ehemaligen Kasernengebäuden hält Klemens für überflüssig. Lediglich einige Behinderten-Parkplätze sollten dort geschaffen werden. Die SEH-Pläne hinter der denkmalgeschützten Mauer parallel zur Vlothoer Straße eine Erschließungsstraße zu errichten, stößt ebenfalls auf Skepsis.

Die Notwendigkeit dieser Erschließungsstraße für einige wenige gebäudenahe Stellplätze wird vom Beirat hinterfragt. „Vielmehr sollte noch mal überdacht werden, ob eine Reduzierung der gebäudenahen Stellplätze auf die notwendigen Behindertenstellplätze möglich ist“, heißt es in einer Stellungnahme des Beirats für Stadtbildpflege.

„Lehrkräfte können auch ein paar Meter laufen“

Mit den geplanten Stellplätzen hinter den Kasernenhäusern trage man dem Wunsch des Mieters, also der Fachhochschule für Finanzen Rechnung, erklärte SEH-Geschäftsführer Miller. Ein Hinweis, den Werner Seeger (CDU) aufgriff und erklärte: „Wir planen am anderen Ende des Campusgeländes ein Parkhaus. Dort können die Lehrkräfte der FHF ihre Autos abstellen. Die paar Meter bis zu den Hörsälen können dann auch zu Fuß zurückgelegt werden.“

Zentrales Verbindungselement, vom geplanten Parkhaus bis zur Mensa (ehemaliges Casino) in der Liststraße soll der Mary-Somerville-Boulevard sein. Hier war ursprünglich eine Allee geplant. Auch davon ist man mittlerweile abgerückt. „Wir können die Baumreihe nur auf einer Straßenseite verwirklichen, weil auf der anderen Seite Leitungen im Erdreich liegen“, verkündete einer der Planer in der jüngsten Sitzung des Bau- und Umweltausschusses.

Unterirdische Leitungen verhindern zweite Baumreihe

Ob die Leitungen denn nicht schon im Zuge des Wettbewerbs bekannt gewesen seien, wollte ein Bauausschuss-Mitglied wissen. Hier schlägt Eckhart Klemens vor, die Baumreihe einfach ein paar Meter zu versetzen, so dass der Alleecharakter geschaffen werden kann. „Gerade diese Allee hat doch viele in der Jury überzeugt“, argumentiert Klemens. Der Beirat für Stadtbildpflege bittet die SEH-Geschäftsführung, zu überprüfen, ob an dieser Stelle nicht doch zwei durchgehende Baumreihen realisiert werden können.

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