Bauausschuss stimmt dennoch Plänen des Innenstadtvereins zu
Kritik an Rock-Porträts

Herford (WB/ram). „Zu hohe Bilder für eine zu schmale Unterführung“ (Marion Maw, CDU). „Es fehlt das Gesamtkonzept“ (Herbert Even, Die Grünen). „Völlig missraten“ (Heinz-Günther Scheffer, Liste 2004). Die Kritik an den Plänen des Verschönerungsvereins zur Gestaltung der Unterführung an der Komturstraße war eindeutig. Und doch haben die Mitglieder des Bauausschusses am Ende für die Umsetzung gestimmt.

Samstag, 07.12.2019, 13:00 Uhr
Während es in den sozialen Medien und in der Öffentlichkeit Lob für die Pläne der Unterführung Komturstraße gab, äußerten Mitglieder im Bauausschuss am Donnerstagabend Kritik an der Gestaltung.

Helle Farben, verbesserte Beleuchtung

Der Innenstadtverein „in Herford“ hatte zuletzt die drei Unterführungen im Bereich des Bahnhofs neu gestaltet. Helle Farben, verbesserte Beleuchtung – all das hatte dem Verein in der Öffentlichkeit viel Lob eingebracht. Als nächstes will der Verein um Stadtführer Mathias Polster die Unterführung Komturstraße/Weddigenufer neu gestalten. Auch dieser Durchgang, der unterhalb der Johannisstraße verläuft, wirkt wie ein dunkles Loch mit beschmierten Wänden.

Die Idee des Vereins: Porträts von Rockgrößen wie Freddie Mercury, David Bowie und Janis Joplin sollen auf die Wände gemalt werden. Bis April/Mai, so lautete die Schätzung Polsters, sollte die Umgestaltung abgeschlossen sein. Die Mitglieder des Bauausschusses stimmten dem Projekt jetzt zu, kritisierten allerdings zugleich das Vorhaben.

„Planung ist missraten“

Mit der Äußerung, der Verein habe sich bei der Planung Mühe gegeben, könne er nichts anfangen, sagte Heinz-Günther Scheffer (Liste 2004). Er berichtete von der Kritik, die im Beirat für Stadtbildpflege geäußert worden sei. „Ich halte die jetzige Planung für völlig missraten“, betonte Scheffer.

In Gestaltungsfragen müsse der Bauausschuss das letzte Wort haben, sagte Herbert Even (Die Grünen). Schon die vom Verein angebrachte Metallinstallation am Steintor sieht er kritisch. Die jetzt geplanten Porträts von Rockgrößen stünden in keinem Zusammenhang zum Ort. „Wir brauchen ein Gesamtkonzept für die Unterführungen“, so Even.

„Volle Unterstützung für den Verein“

Die Ausführungen Evens brachten ihm den Zwischenruf ein: „Da hat die Herforder Kunstmafia wohl etwas nicht genehmigt.“ Der Vorwurf kam von Hans-Henning Warnecke (CDU) und zielt darauf ab, dass über Kunst im öffentlichen Raum in Herford nur ein kleiner Personenkreis entscheiden würde. Kritik an den Plänen übte auch Marion Maw (CDU). „Die Unterführung ist schmal. Die Bilder sollen bis zu zwei Meter hoch werden. Da hat man als Betrachter keine richtige Distanz zu den Porträts. Und auch ich frage mich, warum wir an dieser Stelle Musiker zeigen.“ „Volle Unterstützung für den Verein“, kam von Udo Freyberg (SPD).

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